<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-9021765797302872991</id><updated>2012-02-01T03:28:45.327-08:00</updated><category term='Migration'/><category term='Pensionierung'/><category term='Medien'/><category term='Berufe'/><category term='Arbeit'/><category term='Alter'/><category term='Stellensuche'/><category term='Sprache'/><category term='Rente'/><title type='text'>Monatsblog</title><subtitle type='html'></subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><author><name>dam</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01282009441208961285</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>23</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9021765797302872991.post-8492785002867208140</id><published>2012-01-31T06:56:00.000-08:00</published><updated>2012-02-01T03:28:45.332-08:00</updated><title type='text'>Gesundheitsdiktatur</title><content type='html'>&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-bSYZlilREP0/TykfknLU4KI/AAAAAAAAAFQ/4HtAvutYeBU/s1600/Hamburger_angebissen_320px.jpg"&gt;&lt;img alt="" border="0" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5704125116893683874" src="http://2.bp.blogspot.com/-bSYZlilREP0/TykfknLU4KI/AAAAAAAAAFQ/4HtAvutYeBU/s400/Hamburger_angebissen_320px.jpg" style="cursor: hand; cursor: pointer; display: block; height: 220px; margin: 0px auto 10px; text-align: center; width: 320px;" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Text: Benjamin Hämmerle, Foto: Simone Gloor&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seit längerem ist zu beobachten, dass Bund, Kantone und Gemeinden sich zunehmend aggressiv um die Gesundheit und den Lebenswandel ihrer Bürger kümmern. Nachdem die Raucher erfolgreich dezimiert und vor die Türen von Gaststätten und Discos verbannt worden sind, hat sich der Bundesrat (wieder einmal) die jugendlichen Alkoholkonsumenten vorgenommen. Mit einem generellen Verkaufsverbot von alkoholischen Getränken zwischen 22 Uhr und 6 Uhr will er spontanen nächtlichen Saufgelagen vorbeugen. Dass man damit auch all jenen, die weder die Nachtruhe stören noch suchtgefährdet sind, die Möglichkeit nimmt, spätabends im 24-Stunden-Shop oder an der Tankstelle ein Bier zu kaufen, nimmt der Bundesrat als «unvermeidlich» in Kauf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ebenfalls Aufsehen erregt haben in jüngster Zeit millionenteure Präventionskampagnen gegen Fettleibigkeit. Jede zweite Person in der Schweiz soll übergewichtig sein. Dies ist das Ergebnis einer kürzlich veröffentlichten Studie des Universitätsspitals Lausanne im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit (BAG). Besorgt ist das BAG insbesondere über die volkswirtschaftlichen Kosten, die die Übergewichtigen in der Schweiz jedes Jahr verursachen. Diese hätten sich allein zwischen 2004 und 2009 von 2,6 auf 5,7 Milliarden Franken mehr als verdoppelt. Zu den direkten Krankheitskosten («Verbrauch von Ressourcen zur Behandlung von Adipositas und Folgekrankheiten») addieren die Statistiker des Bundes indirekte Kosten wie «Produktivitätsverlust durch Arbeitsabwesenheit, Invalidität oder Tod». Welche Schande, dem Staat einen Produktivitätsverlust durch den eigenen Tod aufzubürden!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Überhaupt bekommt man den Eindruck, dass dem Staat nicht so sehr die Gesundheit seiner Bürger am Herzen liegt. Vielmehr scheinen ihm die wirtschaftlichen Kosten, die deren Fehlverhalten allenfalls verursachen könnte, auf dem Magen zu liegen. Dies ist Ausdruck einer zunehmenden Ökonomisierung aller Lebensbereiche. Individuen werden als Nutz- und Kostenfaktoren gesehen, die dem Bruttoinlandsprodukt entweder förderlich oder abträglich sind. Die Idee, dass jeder Bürger und jede Bürgerin die Kosten des eigenen Verhaltens selber tragen soll, findet immer mehr Anhänger. Dass Betrunkene Zwangsaufenthalte in Ausnüchterungszellen und Spitalaufenthalte selber berappen sollen, hat die ständerätliche Gesundheitskommission am 25. Januar beschlossen. Dass Übergewichtige höhere Krankenkassenprämien bezahlen sollen, ist längst kein Tabu mehr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieser Logik folgend müssten auch Behandlungen von Sportunfällen und vieler Krankheiten selber finanziert werden, denn die Betroffenen haben sich bewusst oder fahrlässig in Risikosituationen begeben. Kommt dazu, dass viele gesundheitliche Beschwerden – wie zum Beispiel Adipositas – zum Teil genetisch bedingt sind. Sollen Menschen mit Risikogenen auch höhere Krankenkassenprämien bezahlen? Damit wäre der solidarische Charakter unseres Gesundheitswesens vollständig ausgehebelt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es kann nicht das Ziel unserer Lebensführung und unserer Politik sein, stets eine optimale wirtschaftliche Leistungsfähigkeit aller Individuen zu gewährleisten. Vielleicht würde sich die Wirtschaftsleistung der Schweiz tatsächlich verdoppeln, wenn niemand dick wäre, Alkohol trinken, rauchen, Fastfood essen, abseits der markierten Pisten fahren, im Auto Radio hören oder ins Solarium gehen würde. Wenn alle mindestens sieben Stunden pro Nacht schlafen, fünf Portionen Früchte oder Gemüse pro Tag essen, dreimal pro Woche (ungefährlichen) Sport treiben und stets gut gelaunt arbeiten würden. Für mich wäre es dann aber an der Zeit, auszuwandern.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9021765797302872991-8492785002867208140?l=derarbeitsmarkt.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/feeds/8492785002867208140/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2012/01/gesundheitsdiktatur.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/8492785002867208140'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/8492785002867208140'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2012/01/gesundheitsdiktatur.html' title='Gesundheitsdiktatur'/><author><name>dam</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01282009441208961285</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/-bSYZlilREP0/TykfknLU4KI/AAAAAAAAAFQ/4HtAvutYeBU/s72-c/Hamburger_angebissen_320px.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9021765797302872991.post-6304241928016077208</id><published>2012-01-04T01:38:00.000-08:00</published><updated>2012-02-01T03:27:36.701-08:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sprache'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Migration'/><title type='text'>Ein neues Land lieben lernen</title><content type='html'>&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-4Z4mPVggKJU/TwQe6MuNmBI/AAAAAAAAAFE/1wPD5C9oOVk/s1600/Gross273805_web_R_K_B_by_RainerSturm_pixelio.de.jpg"&gt;&lt;img alt="" border="0" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5693709814099449874" src="http://4.bp.blogspot.com/-4Z4mPVggKJU/TwQe6MuNmBI/AAAAAAAAAFE/1wPD5C9oOVk/s400/Gross273805_web_R_K_B_by_RainerSturm_pixelio.de.jpg" style="cursor: hand; cursor: pointer; display: block; height: 240px; margin: 0px auto 10px; text-align: center; width: 320px;" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;i&gt;Text: Katrin Wahl, Bild: pixelio/Rainer Sturm&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="margin-top: 12.0pt;"&gt;Man sieht die Schweizer Berge von der deutschen Seite aus, von dort, wo ich bis vor drei Jahren gewohnt habe. Sie sind mir ein vertrauter Anblick. Das erste Schweizer Fernsehprogramm ist im Kabelnetz im Bodenseekreis eingespeist und ebenfalls vertraut. Umso erschütterter war ich im Stillen, mich nach meinem Umzug in einer mir völlig unvertrauten Umgebung wiederzufinden. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="margin-top: 12.0pt;"&gt;Man sagt nicht Umzug in der Schweiz, das heisst Zügeln, belehrte man mich. Mein schwäbischer Dialekt öffnete mir zwar einige Türen, brachte jedoch meine Gegenüber unwillkürlich zum Lächeln. Und zum Spötteln: «Ha, noi» grinste ein aus Basel stammender Arbeitskollege immer, wenn er mich sah. Ein Jahr später machte er mir dann ein reizendes Kompliment: «Du kommsch jo vom Bodensee, des sind ja eh halbe Schwiizer.» Der Weg bis zu diesem Kompliment war zwar nicht steinig, aber holperig.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="margin-top: 12.0pt;"&gt;Denn trotz meiner vollmundigen Versicherung, ich verstünde Schwizerdütsch, gab es oft genug Situationen, in denen ich genauso gut hätte Kisuaheli rückwärts hören können, so wenig Information erreichte mein schwäbisch geprägtes Sprachzentrum. Dann stand ich inmitten des Wortschwalls, den meine Arbeitskolleginnen in zungenbrecherischer Geschwindigkeit über mich ergossen, und flüchtete in die einzige Form der Kommunikation, die mir sinnvoll erschien: Ich lächelte. Ich galt recht schnell als freundlicher Mensch. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="margin-top: 12.0pt;"&gt;So nach und nach lichtete sich der Sprachen-Dschungel, gab mir einen Begriff nach dem anderen preis. Wenn ich es auch nicht spreche, das meiste verstehe ich inzwischen, kann auch Baslerdytsch von Züridütsch und Bärndüütsch unterscheiden. Jetzt, nach fast drei Jahren, muss ich mich zusammenreissen, um in meiner alten Heimat nicht «Grüezi» zu sagen, sondern – ordentlich schwäbisch – «Grüss Gott». &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="margin-top: 12.0pt;"&gt;Tiefer noch berührte mich, als mir bewusst wurde, dass ich hier die Ausländerin war. Es war mir Zeit meines Lebens immer gleichgültig, wo jemand herkam oder welche Hautfarbe er hatte. Hier erlebte ich die andere Seite der Medaille. Die Deutschen sind nicht sehr beliebt in der Schweiz, musste ich lernen. Nach Beobachtungen diverser Ausrutscher unsensibler Landsleute verstehe ich auch, warum. Persönlich musste ich zwar nur selten massive Ablehnung erfahren. Ich erlebte eher die täglichen kleinen Spitzen – Bemerkungen wie «Ich hab nichts gegen Deutsche, aber es sind jetzt einfach zu viele». Mit der Zeit machten sie mir nichts mehr aus. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="margin-top: 12.0pt;"&gt;Aber trotz mancher Verbalattacken: Von den meisten Schweizerinnen und Schweizern in meinem Umfeld erlebe ich nur Positives. Ob beim Arbeiten oder beim Einkaufen, beim Sport oder in der Stadt, viele sind ungeheuer höflich und entgegenkommend. Diejenigen, die nicht negativ auf meine Sprache reagieren, sind es sogar viel, viel mehr, als ich es von daheim gewohnt bin. Die schwäbische Mentalität ist eher kurz angebunden, gelegentlich sogar ungehobelt, auch wenn es nicht so gemeint ist.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="margin-top: 12.0pt;"&gt;Aber, so klärte mich eine Kollegin einmal auf, das sei völlig logisch für Schweizer. «Freundlichkeit und Höflichkeit sind der Klebstoff, der unsere vielen Sprachen und Gruppen in der Schweiz bei allen Unterschieden zusammenhält.» &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal"&gt;&lt;o:p&gt; &lt;/o:p&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9021765797302872991-6304241928016077208?l=derarbeitsmarkt.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/feeds/6304241928016077208/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2012/01/ein-neues-land-lieben-lernen.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/6304241928016077208'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/6304241928016077208'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2012/01/ein-neues-land-lieben-lernen.html' title='Ein neues Land lieben lernen'/><author><name>dam</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01282009441208961285</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/-4Z4mPVggKJU/TwQe6MuNmBI/AAAAAAAAAFE/1wPD5C9oOVk/s72-c/Gross273805_web_R_K_B_by_RainerSturm_pixelio.de.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9021765797302872991.post-5575690052381440740</id><published>2011-11-30T03:10:00.000-08:00</published><updated>2012-02-01T03:28:02.034-08:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Alter'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Stellensuche'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Pensionierung'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Rente'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Arbeit'/><title type='text'>Einsatzbereit für die Rest-Aktivzeit</title><content type='html'>&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-iRDohr6U6B0/TtYSr8UYlTI/AAAAAAAAAE4/oF-Q0tZkQ5U/s1600/Blog%2BArbeit%2Bim%2BAlter_320px.jpg"&gt;&lt;img alt="" border="0" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5680748526109758770" src="http://4.bp.blogspot.com/-iRDohr6U6B0/TtYSr8UYlTI/AAAAAAAAAE4/oF-Q0tZkQ5U/s400/Blog%2BArbeit%2Bim%2BAlter_320px.jpg" style="cursor: hand; cursor: pointer; display: block; height: 220px; margin: 0px auto 10px; text-align: center; width: 320px;" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;i&gt;Text: Peter Jeck; Bild: Peter Pfistner&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es keine alten Menschen. Es gibt nur alternde und ältere. Mit meinem Jahrgang 1948 gehöre ich zu Letzteren. Starken Trost vermag mir diese Elimination von «alt» aus der Sprachregelung allerdings nicht zu spenden. Dass jemand «älter» ist — älter als andere — kann er oder sie schon viel früher feststellen. Das gilt ja streng genommen für alle.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Wirklichkeit fühle ich mich nicht immer, aber immer öfter alt, und die Redensart «An dem Tag, an dem dir am Morgen nichts weh tut, bist du tot» kann ich in ihrer blöden Wahrheit nicht mehr vergessen. Ein ganzer Strauss von gesundheitlichen Einschränkungen, darunter auch irreversible, melden sich mit Schmerzen, nachlassender Mobilität und generellem Mangel an Wohlbefinden. Ich verstehe erstmals ein Stück weit die vielen griesgrämigen Senioren, für die die Mitmenschen im öffentlichen Raum in erster Linie störende Hindernisse zu sein scheinen; die sich schlecht gelaunt durch den Tag bringen, dabei alles besser wissen und darauf bedacht sind, am Abend frühzeitig wieder nach Hause zu kommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;«Manchmal ergreift das Altern zuerst den&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Körper, manchmal aber auch den Geist.»&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Michel Eyquem de Montaigne&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf der anderen Seite sehe ich die «Älteren», die Weisheit erlangt haben. Ich beginne, diese Menschen bewusst wahrzunehmen, an ihnen für mich immer wieder abzulesen, wie wichtig ein paar elementare Dinge sind: Humor, vielfältige Kontakte, Aktivität, Beweglichkeit. Anders als in der Zeit de Montaignes haben wir heute auch viel mehr Möglichkeiten, zu verhindern, dass das Altern den Körper und den Geist «ergreift» — wir können den Prozess verlangsamen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Workaholic war ich bestimmt nie. Schon in jungen Jahren nahm ich verschiedenste Stellen an und hielt meinen gelernten Beruf, Lehrer, quasi nur noch in Reserve. Es waren immer Teilzeitanstellungen. Ich fand sie leicht; es waren — mit Einbrüchen kleinerer Krisen — lange Jahrzehnte wirtschaftlichen Aufschwungs, das Angebot an Nischenjobs gross. Das Einkommen genügte für meine bescheidenen materiellen Ansprüche immer. So machte ich mir um meine existenzielle Zukunft keine Sorgen, war mal Öffentlichkeitsarbeiter, mal Gewerkschaftssekretär, mal Kursleiter ohne Diplom, mal Online-Journalist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rückblickend komme ich um die Einsicht nicht herum, dass ich mich immer um alles Mögliche – unter anderem Politik – gekümmert habe, viel zu wenig aber um meine eigenen Belange. Dazu hätte auch eine gute Weiterbildung gehört. Ich habe sie verpasst. Nun bin ich Ü63. Zeit, mir Gedanken über meine Rest-Aktivzeit zu machen. Ein Stubenhocker bin und werde ich, wenn es mein Bewegungsapparat erlaubt, sicher nicht. Zu gerne bin ich in der Natur, zu wichtig ist es mir, mobil zu bleiben. Zu gerne geniesse ich auch. Ich werde also aktiv bleiben. Ich will mich auch hier und dort weiter einmischen. Bloss: wie?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seit längerem bin ich auf Stellensuche. Nur selten komme ich dabei überhaupt in die Nähe eines Erfolgs. Dass die Zeiten härter geworden sind und mein Alter eine grosse Hürde darstellt, das sind objektive Gegebenheiten. Man kann sie natürlich auch als Vorwand benützen, als vorauseilende Entschuldigung für zu kleines Engagement. Ich weiss, dass ich mehr tun müsste. Mein Ziel bezüglich Erwerbsleben bleibt dabei bescheiden und realistisch. Es kann eigentlich nur heissen: Anständig ins Rentenalter kommen. Auf jeden Fall will ich ein kaum entlöhntes, aber dennoch honoriertes Engagement weiterführen: kochen in einem grösseren Kulturbetrieb. Vielleicht eröffnet mir die demografische Entwicklung aber nochmals eine gute Jobchance. Starke Jahrgänge werden in den nächsten Jahren aus dem Erwerbsleben ausscheiden, geburtenschwache treten ein. Die Schweiz bewegt sich also auf einen Arbeitskräftemangel zu — falls es nicht die gesamte Wirtschaft immer weiter den Bach runterspült.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;«Ältere Menschen bewerten neues Wissen immer aufgrund von Erfahrungen, meistens den eigenen. Dies ist einerseits eine Stärke, anderseits aber auch eine Ursache von Lernbarrieren», lese ich in einer Studie. Mit zunehmendem Alter bestehe die Gefahr, dass der immer grössere individuelle Erfahrungsschatz einen immer dichteren Filter darstelle, welcher Neues und Unbekanntes ausschliesse. Ältere Menschen müssten bewusst Raum für Neues schaffen. Damit dies gelinge, bedürfe es eines «gewollten Nichtwissens». Das gefällt mir. In letzter Zeit eigne ich mir täglich Wissen in Geografie, Sprachen, Archäologie, Wirtschaft und Kultur an. Damit bezwecke ich nichts. Aber es ist eine Massnahme dagegen, dass «das Altern den Geist ergreift». Eventuell locke ich damit ja noch einen späten Traumjob an ...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;«Altern heisst, sich in zunehmendem Masse&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;überflüssig machen.»&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Hellmut Walters&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9021765797302872991-5575690052381440740?l=derarbeitsmarkt.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/feeds/5575690052381440740/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2011/11/einsatzbereit-fur-die-rest-aktivzeit.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/5575690052381440740'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/5575690052381440740'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2011/11/einsatzbereit-fur-die-rest-aktivzeit.html' title='Einsatzbereit für die Rest-Aktivzeit'/><author><name>dam</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01282009441208961285</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/-iRDohr6U6B0/TtYSr8UYlTI/AAAAAAAAAE4/oF-Q0tZkQ5U/s72-c/Blog%2BArbeit%2Bim%2BAlter_320px.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9021765797302872991.post-2973440343402891082</id><published>2011-10-31T06:40:00.000-07:00</published><updated>2012-02-01T03:28:21.252-08:00</updated><title type='text'>Nebenjob kontra Bügelwäsche</title><content type='html'>&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-mnyGrt4-Mlk/Tq6lmV_OKNI/AAAAAAAAAEg/uZiWONHTEJ0/s1600/Blog_Nebenjob_320px.jpg"&gt;&lt;img alt="" border="0" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5669651059061958866" src="http://4.bp.blogspot.com/-mnyGrt4-Mlk/Tq6lmV_OKNI/AAAAAAAAAEg/uZiWONHTEJ0/s400/Blog_Nebenjob_320px.jpg" style="cursor: hand; cursor: pointer; display: block; height: 220px; margin: 0px auto 10px; text-align: center; width: 320px;" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;i&gt;Text: Katrin Wahl; Foto: Simone Gloor&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Du musst. Diese zwei Worte standen permanent im Hintergrund, wenn ich mir den nächsten Auftrag, den nächsten Nebenjob suchte. Wie vielen anderen blieb auch mir nichts weiter übrig, als einen Zusatzverdienst zu finden, weil das eigentliche Einkommen nicht reichte. Nein, wir nagten nicht am Hungertuch, meine Kinder hatten immer etwas zum Anziehen, mussten auf keine Klassenfahrt verzichten. Aber dazu musste ich permanent etwas tun. Vermutlich geht es vielen Alleinerziehenden so.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich nahm daher neben dem «Schwarzbrotgeschäft» Termine wahr, schrieb, fotografierte, entwarf und layoutete, was das Zeug hielt. Ich hätte auch einen Job ablehnen können – allerdings nur theoretisch. Man macht es nur einmal, dann ist man draussen, so ist das Business. Also war oft Nachtschicht angesagt. Was immer zu kurz kam, war der Schlaf. Und die Bügelwäsche.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jammern hat noch nie etwas genützt, sagte ich mir immer. Humor schon. So pflegte ich auf die Frage «Wann machst du das alles?» immer zu antworten: «Der Tag hat 24 Stunden, und wenn der nicht reicht, nehmen wir die Nacht noch dazu.» Sprüche dieser Art halfen, mir dumme Fragen vom Leib zu halten. Denn die kamen immer wieder. «Aber dein Ex zahlt doch wohl für die Kinder?» war dabei noch die harmloseste. Ich schaffe das, sagte ich mir immer wieder, wenn ich am PC sass oder zu einem Termin fuhr, obwohl ich wieder einmal so müde war, so unendlich müde. «Ich will, ich kann und ich werde genau das tun.»&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich kenne niemanden, der sich freiwillig einen Nebenjob sucht. Aber ich verstehe jeden, der die Tatsache herunterspielt, dass er darauf angewiesen ist. Interessante Begründungen habe ich da schon gehört, von Extrageld für Ferien bis zum geistigen Ausgleich, den man dringend bräuchte. Ich lasse jedem sein Alibi, verstehe es sogar, wenn man eine solche Erklärung vorschiebt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist einerseits peinlich, wenn der Lohn der Arbeit nicht reicht, um damit ordentlich leben zu können. Andererseits brachte es mir auch positive Erfahrungen, denn in unserem Kulturkreis ist derjenige, der viel arbeitet, auch gut angesehen, fast schon bewundert. «Deine Power möchte ich haben!», hörte ich häufig. Wie viel Kraft es kostete, permanent auf vielen Hochzeiten zu tanzen, kann nur der nachvollziehen, der es kennt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Glücklicherweise konnte ich diesen Umstand irgendwann beenden. Ich fand eine Stelle, die ordentlich bezahlt war. Von da ab hatte ich regelmässig Feierabend und meine Wochenenden für mich. Das ist eine wahre Kostbarkeit, die ich bis heute geniesse. Was mir blieb, ist das Bewusstsein: Ich kann, wenn ich muss.&lt;br /&gt;&lt;style&gt; &lt;!--  /* Font Definitions */ @font-face  {font-family:"ＭＳ 明朝";  mso-font-charset:78;  mso-generic-font-family:auto;  mso-font-pitch:variable;  mso-font-signature:1 134676480 16 0 131072 0;} @font-face  {font-family:"Cambria Math";  panose-1:2 4 5 3 5 4 6 3 2 4;  mso-font-charset:0;  mso-generic-font-family:auto;  mso-font-pitch:variable;  mso-font-signature:3 0 0 0 1 0;} @font-face  {font-family:Cambria;  panose-1:2 4 5 3 5 4 6 3 2 4;  mso-font-charset:0;  mso-generic-font-family:auto;  mso-font-pitch:variable;  mso-font-signature:-536870145 1073743103 0 0 415 0;}  /* Style Definitions */ p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal  {mso-style-unhide:no;  mso-style-qformat:yes;  mso-style-parent:"";  margin:0cm;  margin-bottom:.0001pt;  mso-pagination:widow-orphan;  font-size:12.0pt;  font-family:Cambria;  mso-ascii-font-family:Cambria;  mso-ascii-theme-font:minor-latin;  mso-fareast-font-family:"ＭＳ 明朝";  mso-fareast-theme-font:minor-fareast;  mso-hansi-font-family:Cambria;  mso-hansi-theme-font:minor-latin;  mso-bidi-font-family:"Times New Roman";  mso-bidi-theme-font:minor-bidi;} .MsoChpDefault  {mso-style-type:export-only;  mso-default-props:yes;  font-family:Cambria;  mso-ascii-font-family:Cambria;  mso-ascii-theme-font:minor-latin;  mso-fareast-font-family:"ＭＳ 明朝";  mso-fareast-theme-font:minor-fareast;  mso-hansi-font-family:Cambria;  mso-hansi-theme-font:minor-latin;  mso-bidi-font-family:"Times New Roman";  mso-bidi-theme-font:minor-bidi;} @page WordSection1  {size:612.0pt 792.0pt;  margin:70.85pt 70.85pt 2.0cm 70.85pt;  mso-header-margin:36.0pt;  mso-footer-margin:36.0pt;  mso-paper-source:0;} div.WordSection1  {page:WordSection1;} --&gt;&lt;/style&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9021765797302872991-2973440343402891082?l=derarbeitsmarkt.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/feeds/2973440343402891082/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2011/10/nebenjob-kontra-bugelwasche.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/2973440343402891082'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/2973440343402891082'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2011/10/nebenjob-kontra-bugelwasche.html' title='Nebenjob kontra Bügelwäsche'/><author><name>dam</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01282009441208961285</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/-mnyGrt4-Mlk/Tq6lmV_OKNI/AAAAAAAAAEg/uZiWONHTEJ0/s72-c/Blog_Nebenjob_320px.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9021765797302872991.post-7245529705122265325</id><published>2011-09-29T06:30:00.000-07:00</published><updated>2011-09-29T08:10:20.002-07:00</updated><title type='text'>In achtzehn  Monaten zwei Mal um die Welt</title><content type='html'>&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-dZ-aIgWpsOo/ToR0uAi9SAI/AAAAAAAAAEI/rEzVw8ECLx8/s1600/Blog_Pendeln_320px.jpg" onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 210px;" src="http://4.bp.blogspot.com/-dZ-aIgWpsOo/ToR0uAi9SAI/AAAAAAAAAEI/rEzVw8ECLx8/s400/Blog_Pendeln_320px.jpg" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5657775365653612546" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Text: Corinne Invernizzi; Foto: Peter Pfistner&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Kaum hatte ich meinen Arbeitsvertrag unterschrieben, verkündete mir mein neuer Chef mit gebleckten Zähnen: «Das werden Sie nicht durchstehen – das gebe ich Ihnen schriftlich.» Verblüfft und ungläubig starre ich erst in das wölfisch lächelnde Gesicht meines Vorgesetzten, dann in meinen Arbeitsvertrag. Hatte ich etwa das Kleingedruckte zu rasch gelesen und einen Sklavenvertrag unterschrieben? «Es ist nicht der Job, an dem Sie scheitern werden, sondern die tägliche Pendlerei von zwei Mal mehr als 100 Kilometern!» &lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Wie ein Uhrpendel, das regelmässig hin und her schwingt, pendelte ich von jenem Tag an achtzehn Monate lang zwischen meinem Zuhause und meinem neuen Arbeitsort hin und her. Drei Stunden täglich verbrachte ich fortan im Tram, in der S-Bahn und im Zug. Um fünf Uhr ging mein Wecker, um sieben nach sechs mein Zug auf Gleis sieben. Pünktlich um halb acht betrat ich am Morgen mein Büro, das ich um sechs Uhr abends wieder verliess, um kurz vor acht daheim zu sein.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Da ich gegen den Strom fuhr, hatte ich jeden Tag ein Viererabteil nur für mich allein. Die Landschaft zog an mir vorbei und mit ihr die Jahreszeit. Ich sah, wie die Bauern im Frühjahr die Saat ausbrachten, wie sie im Sommer das Gras mähten, lernte ihr Vieh auf der Weide kennen und gab ihnen Namen. Ich beobachtete den Herbst, wie er die Früchte aus den Bäumen und den Feldern trieb und wie der Winter die brache Landschaft unter einem Mantel aus Frost und Schnee begrub. &lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Mein Abteil, das ich in stiller Vereinbarung mit den Schweizerischen Bundesbahnen für 3300 Franken im Jahr gemietet hatte, befand sich in der Mitte des zweiten Wagens hinter der Lok, in Fahrrichtung rechts. Da ich Tag für Tag im selben Zugabteil fuhr, wurden mir die anderen Pendler zu stummen Vertrauten. Schlaftrunken am Morgen und ausgelaugt am Abend, tauschten wir selten ein Wort miteinander. Unsere Namen und unsere Lebensgeschichten kannten wir nicht, trotzdem vermissten wir uns, blieb der gewohnte Platz, auf dem wir sassen, einmal unbesetzt.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Das Viererabteil wurde zur Insel ungestörter Stunden, einzig unterbrochen vom Kondukteur, in denen ich die Zeit wieder gewann, die mir im Verlaufe des Tages und der Nacht abhandengekommen waren. Wie ein Chamäleon seine Farben veränderte, veränderte dieser Ort des Rückzugs seine Funktion als Raum. 1125 Stunden wurde er zum Lesezimmer, in dem ich Tausende von Seiten las, zu meinem Büro, in dem ich Konferenzen vorbereitete und Situationsanalysen erstellte, zum Esszimmer, zur Stube, zum Ruheraum. &lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Anders erging es meiner Freundin. Sie bereiste mit dem Strom eine der meist befahrenen Strecken der Schweiz. Zusammen mit Hunderten von müden und gestressten Menschen transportierte man sie eingepfercht wie Vieh. Allein die kleinen Hunde, die unter den Sitzbänken Platz fanden, und die Babys in ihren Kinderwagen schienen die Fahrt ausgestreckt und zufrieden schlafend zu geniessen. &lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Nach achtzehn Monaten und 82 500 zurückgelegten Kilometern beendete ich meine Reise als Pendlerin. Der Abschied von meinem Büro, in dem ich mehr als 3000 Stunden zugebracht hatte, fiel mir leicht, nicht aber der von meinem Viererabteil, vom Vieh auf der Weide und den anderen Pendlern, deren Namen ich nicht weiss.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9021765797302872991-7245529705122265325?l=derarbeitsmarkt.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/feeds/7245529705122265325/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2011/09/18-monate-3-stunden-und-ein.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/7245529705122265325'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/7245529705122265325'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2011/09/18-monate-3-stunden-und-ein.html' title='In achtzehn  Monaten zwei Mal um die Welt'/><author><name>dam</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01282009441208961285</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/-dZ-aIgWpsOo/ToR0uAi9SAI/AAAAAAAAAEI/rEzVw8ECLx8/s72-c/Blog_Pendeln_320px.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9021765797302872991.post-4252458969672304133</id><published>2011-09-01T04:36:00.000-07:00</published><updated>2011-09-01T04:49:58.734-07:00</updated><title type='text'>Lieber warm sitzen als kalt schwitzen</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/-BSnU0-XR2pE/Tl9wwG4w_TI/AAAAAAAAAEA/s8mDDKfak7w/s1600/Blog_02_320px.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 217px;" src="http://2.bp.blogspot.com/-BSnU0-XR2pE/Tl9wwG4w_TI/AAAAAAAAAEA/s8mDDKfak7w/s400/Blog_02_320px.jpg" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5647356429530627378" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Text: Maria Savoldelli; Foto: Simone Gloor&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein altes Fachwerkhaus im Zürcher Unterland. Es ist Spätherbst als wir, eine Vierer-WG von Studierenden, die untere von zwei Wohnungen beziehen. Wir diskutieren darüber, wie wir das Haus warm kriegen. Zur Auswahl stehen eine mit Erdöl betriebene Heizung und ein Holzofen. Ich plädiere für den Einsatz von erneuerbarer Energie, sprich Holz. Scheite liegen in rauen Mengen gleich gegenüber in der Scheune gestapelt. Alle stimmen mir zu.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich übernehme das Einfeuern am Morgen, denn ich stehe als Erste um sechs Uhr auf. Dafür brauche ich nur selten abzuwaschen. Der Holzofen steht gleich neben dem Kochherd und ist mit den Heizkörpern im ganzen Haus verbunden. Ich nehme zuerst die unterste Schublade raus. Sie ist gefüllt mit Holzasche vom Vorabend. Im Pyjama kippe ich die volle Schublade vor der Haustüre in einen Kübel. Ein starker Wind bläst mir die Asche ins Gesicht.  Ich puste. Zurück in der Küche stelle ich fest, dass der Holzvorrat alle ist. Also nochmals raus in die Kälte und rüber in die alte Scheune. Ich staple Holzscheite in eine Kiste, schleppe diese retour in die Küche und zünde im Ofen ein Feuer an. Danach nehme ich im ungeheizten Bad eine lauwarme Dusche und steige fröstelnd in meine Kleider. Meine Mitbewohner strecken langsam die Füsse aus ihren Betten. Schlaftrunken schlurfen sie in die inzwischen wohlig warme Küche und trinken ihren ersten Kaffee. Ich eile aus dem Haus und schnappe den Bus zum Bahnhof. Endlich tauen meine klammen Finger auf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einmal pro Woche verbringe ich den Tag zu Hause und lerne. Mein Zimmer liegt am weitesten von der Küche entfernt. Deshalb wärme ich meine Hände mit einer Tasse heissen Tees, meine Füsse stecken in dicken Wollsocken, und ich trage eine Faserpelzjacke. Nach geraumer Zeit gelangt die Wärme auch in mein Zimmer. Häufig vergesse ich jedoch, Holz nachzulegen, so dass das Feuer erlischt und ich auch nach mehreren Stunden immer noch friere. Fluchend mache ich mich auf den Weg in die Küche und fache im Holzofen ein neues Feuer an. Irgendwie will es mir nicht gelingen, ein Feuer zu machen, ohne dass sich dabei Rauchschwaden in der Küche ausbreiten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unser Vorrat an Holzscheiten in der Scheune ist fast aufgebracht. Wir nutzen einen sonnigen Samstagnachmittag, um einen Meter lange Holzprügel in handliche Scheite zu zerkleinern. Das Holz stammt vom Vorvormieter, ist alt und staubig. Als ersten Schritt müssen wir die Spälte zersägen. Am Ende des Nachmittags haben wir genügend Holz für den Rest des Winters gesägt. Wir sind von Kopf bis Fuss mit Holzstaub bedeckt. Der Nachbar lädt uns zu einem lauwarmen Lagerbier ein. Prost! Nach einer Dusche hacken wir das gesägte Holz in feine Scheite. Ich gehe dabei ebenso geschickt vor wie beim Feuer machen. Als ich mir mit der Axt beinahe in mein Schienbein haue, erbarmen sich die anderen WG-Mitglieder meiner und übernehmen meinen Anteil Arbeit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Abend beschliessen wir einstimmig, dass erneuerbare Energien eine gute Sache sind, eine Ölheizung aber eine technologische Errungenschaft darstellt, die wir von nun an nutzen wollen. Umweltschutz in Ehren: In diesem Fall wählen wir die bequeme Lösung. Seither brauche ich morgens nur den Schalter am Heizkörper aufzudrehen, und in wenigen Minuten dringt wohlige Wärme in mein Zimmer.&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9021765797302872991-4252458969672304133?l=derarbeitsmarkt.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/feeds/4252458969672304133/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2011/09/lieber-warm-sitzen-als-kalt-schwitzen.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/4252458969672304133'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/4252458969672304133'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2011/09/lieber-warm-sitzen-als-kalt-schwitzen.html' title='Lieber warm sitzen als kalt schwitzen'/><author><name>dam</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01282009441208961285</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/-BSnU0-XR2pE/Tl9wwG4w_TI/AAAAAAAAAEA/s8mDDKfak7w/s72-c/Blog_02_320px.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9021765797302872991.post-4687699367420429630</id><published>2011-06-29T06:39:00.000-07:00</published><updated>2011-06-29T06:53:35.160-07:00</updated><title type='text'>Meine Liebe zur Natur</title><content type='html'>&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-Lp0eFaGLmZk/Tgss46wHIPI/AAAAAAAAAD4/yu-kxxvYJSk/s1600/Blog_Natur_2_320px.jpg" onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 210px;" src="http://4.bp.blogspot.com/-Lp0eFaGLmZk/Tgss46wHIPI/AAAAAAAAAD4/yu-kxxvYJSk/s400/Blog_Natur_2_320px.jpg" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5623637916057542898" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span class="Apple-style-span"   style="font-size:100%;color:#333333;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span"  style=" line-height: 20px;font-size:13px;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;span class="Apple-style-span"   style="font-size:100%;color:#333333;"&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;Text: Jonas Baud, Foto: Simone Gloor&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;Seit acht Jahren wohne ich in Zürich und geniesse das Grossstadtleben. In meiner Kindheit erlebte ich jedoch das absolute Kontrastprogramm. Ich bin in einem Dorf inmitten der malerischen Oberaargauer Hügellandschaft aufgewachsen – dort wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Es gibt heute noch Momente, in denen mich ein nostalgisches Heimweh packt. Dann fahre ich mit dem Zug in meinen ehemaligen Wohnort  und unternehme ausgedehnte Spaziergänge. Ich blicke sehr gerne zurück auf meine Kindheit. Es war für mich ideal, diese unbeschwerte Lebensphase auf dem Land zu verbringen, fernab von urbaner Hektik. Wir wohnten zur Miete in einem alten Bauernhaus, doch waren meine Eltern nicht in der Landwirtschaft tätig. &lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;Das «Bauern» war aber das grösste Hobby unseres Nachbarn. Er besass vier Kühe, die im Stall untergebracht waren. Faszinierend war es für mich, ihn beim Melken zu beobachten. Er machte dies noch von Hand ohne die Hilfe von Maschinen und kauerte dabei auf einem höchst unbequemen Stuhl mit nur einem Holzbein. Ein Höhepunkt war es auch, wenn der Nachbar mit dem Traktor das Gras mähen ging und ich mitfahren durfte. &lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;Wir Kinder konnten uns in der Natur richtig austoben. Verbotene Aktivitäten übten auf uns einen besonders grossen Reiz aus. Gerne kletterte ich im Sommer auf die Kirschbäume des Nachbarn und tat mich gütlich an den reifen Früchten. Erwischt wurde ich dabei nie. Das schlechte Gewissen meldete sich trotzdem. Als Wiedergutmachung sah ich mich verpflichtet, bei den anfallenden Arbeiten mitzuhelfen. Beispielsweise mistete ich oft den Kuhstall aus oder ging mit dem Hofhund spazieren.&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;Nicht nur daheim kam ich mit der Natur in Berührung. Ich besuchte in Langenthal die Rudolf Steiner Schule. In der neunten Klasse war es dort obligatorisch, ein sogenanntes «Bauernpraktikum» zu absolvieren. Dabei ging es darum, während zweier Wochen den beruflichen Alltag eines biodynamischen Landwirts kennenzulernen und bei seiner Familie zu wohnen. Ein Heimspiel für mich, war meine naive Annahme. &lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;Hart auf dem Boden der bäuerlichen Realität landete ich am ersten Morgen, als mich der Hausherr um fünf Uhr morgens eher unsanft aus einem schönen Traum weckte. Innert einer Viertelstunde sollte ich bereitstehen, um im Stall mitzuhelfen. Zuerst dachte ich, dass ich es an diesem Ort nicht lange aushalten würde. Doch der erste Eindruck täuschte – der Bauer entpuppte sich als Schaf im Wolfspelz. Ich spürte jedoch am eigenen Leib, wie hart der Arbeitstag eines Bauern ist. An den Abenden war ich jeweils hundemüde. Zu meinen Aufgaben gehörte das Füttern der Tiere, das Jäten von Unkraut und das Ernten von Runkelrüben oder Kartoffeln. Ansonsten setzte man mich überall dort ein, wo gerade eine helfende Hand gebraucht wurde.&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;Ich war damals 15 Jahre alt, für mich war es noch ungewohnt, für längere Zeit weg zu sein von Zuhause. Doch damit hatte ich kein Problem. Ich erhielt in dieser Zeit sicherlich einen lehrreichen Einblick in ein Berufsbild, merkte jedoch ziemlich bald, dass eine landwirtschaftliche Karriere nicht meinen Fähigkeiten und Interessen entsprach. Geblieben ist aber meine Liebe zur Natur.&lt;/p&gt;&lt;/span&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;  &lt;!--EndFragment--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9021765797302872991-4687699367420429630?l=derarbeitsmarkt.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/feeds/4687699367420429630/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2011/06/meine-liebe-zur-natur.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/4687699367420429630'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/4687699367420429630'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2011/06/meine-liebe-zur-natur.html' title='Meine Liebe zur Natur'/><author><name>dam</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01282009441208961285</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/-Lp0eFaGLmZk/Tgss46wHIPI/AAAAAAAAAD4/yu-kxxvYJSk/s72-c/Blog_Natur_2_320px.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9021765797302872991.post-5301254086809278359</id><published>2011-06-01T02:01:00.000-07:00</published><updated>2011-06-01T02:26:53.574-07:00</updated><title type='text'>Das Internet vergisst nicht</title><content type='html'>&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-rs3V6hUEz3k/TeYBIdh2ByI/AAAAAAAAADs/h2_JOolIEfw/s1600/Blog_Netzwerk.jpg" onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 212px;" src="http://4.bp.blogspot.com/-rs3V6hUEz3k/TeYBIdh2ByI/AAAAAAAAADs/h2_JOolIEfw/s400/Blog_Netzwerk.jpg" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5613175230441064226" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;span&gt;&lt;span&gt;Text: Simon Wolanin, Foto: Simone Gloor&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;div&gt;&lt;span&gt;&lt;span&gt;«Und was bringt mir das genau?», war meine Reaktion, als mir ein Kollege das erste Mal von Facebook erzählte. Eigentlich kann ich diese Frage bis heute nicht wirklich beantworten. Trotzdem bin auch ich inzwischen einer der 2,6 Millionen Schweizer, die ein Profil beim beliebtesten sozialen Netzwerk eingerichtet haben. Es ist fast unmöglich, sich dem Social-Media-Hype zu entziehen. Soziale Netzwerke scheinen ein tief verwurzeltes Mitteilungsbedürfnis in uns anzusprechen. Anders ist es kaum zu erklären, dass über 670 Millionen Menschen weltweit Mitglied bei Facebook sind.&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;span&gt;&lt;span&gt;&lt;br /&gt;Facebook, Twitter und Co. verführen offensichtlich zum virtuellen Seelenstrip. Da erfahre ich Dinge über meine Freunde, die ich eigentlich gar nicht wissen will. Per Statusmeldungen werde ich bombardiert mit belanglosen Problemchen und banalen Sinnkrisen. Ein Kollege wechselt seinen Beziehungsstatus wie ich meine Unterwäsche. Da fühlt man sich wie ein Psychiater – ohne Bezahlung, versteht sich. Um ein Zeichen zu setzen, bin ich der Gruppe «Warum erzählt mir JEDER seine Sorgen? Bin ich Seelenklempner?» beigetreten. Bisher ist die Botschaft leider noch nicht angekommen.&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;span&gt;&lt;span&gt;&lt;br /&gt;Auch im Arbeitsalltag kann man mit einer zu offenen Kommunikation über soziale Medien schnell ins Fettnäpfchen treten. Ein ehemaliger Arbeitskollege musste dies auf schmerzliche Art und Weise erfahren. Er meldete sich krank – eine Grippe habe ihn erwischt, an Arbeiten sei nicht zu denken. Zu dumm, dass am selben Tag verhängnisvolle Fotos auf Facebook auftauchten. Diese zeigen den Patienten in ausgelassener Feierlaune an einer Party mit Bierglas in der Hand. Es kam, wie es kommen musste: In der Firma verbreitete sich die Kunde rasant, und die Geschäftsleitung erfuhr davon. Selbstredend war der Chef alles andere als begeistert über die vermeintliche «Wunderheilung» und feuerte den Partylöwen fristlos.&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;span&gt;&lt;span&gt;&lt;br /&gt;Immer wieder kommt es vor, dass sich meine Freunde via Facebook über ihren Job beschweren. «Hat irgendjemand meine Motivation gesehen?», schrieb kürzlich eine Kollegin, die sich in ihrem Beruf als Immobilienfachfrau zu Tode langweilt. Scheinbar sind sich nur wenige bewusst, welch weitreichende Konsequenzen solche Aussagen haben können. Inzwischen legendär ist die Geschichte einer Angestellten aus den USA, die auf Facebook über ihren Boss lästerte. «Oh mein Gott, ich hasse meinen Job», schrieb sie in grossen Buchstaben. Die Praktikantin hatte dummerweise vergessen, dass sie ihren Chef als Freund hinzugefügt hatte. So konnte dieser alles mitlesen und feuerte sie gleich via Facebook. Kimberley Swann aus England erging es nicht besser. Die 16-Jährige schrieb in ihrem Facebook-Status, dass sie die Arbeit als Sachbearbeiterin langweilig finde. Als ihr Boss den Eintrag entdeckte, flatterte ihr die Kündigung ins Haus.&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;span&gt;&lt;span&gt;&lt;br /&gt;Daten zu veröffentlichen, ist mittlerweile ein Kinderspiel – nicht aber, diese wieder zu löschen. Dazu folgende Geschichte: Ein Kollege wurde an einer Party Arm in Arm mit einer hübschen Blondine fotografiert und dachte sich nichts weiter dabei. Am nächsten Tag meldete sich seine Freundin bei ihm, völlig aufgewühlt. Sie hatte auf Facebook das Bild entdeckt und gab dem «Schürzenjäger» den Laufpass. Obwohl er gar kein Profil auf Facebook hatte, hat ihn das soziale Netzwerk seine Beziehung gekostet. Man sollte sich also gut überlegen, was für Informationen man über soziale Netzwerke preisgeben will. Denn das Internet vergisst nie.&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;div&gt;&lt;span class="Apple-style-span"   style="font-family:Arial;font-size:130%;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span"  style="font-size:15px;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span"   style="font-family:Georgia, serif;font-size:130%;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span"  style="font-size:16px;"&gt;&lt;p style="margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 11.0px Arial"&gt;&lt;/p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9021765797302872991-5301254086809278359?l=derarbeitsmarkt.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/feeds/5301254086809278359/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2011/06/das-internet-vergisst-nicht.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/5301254086809278359'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/5301254086809278359'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2011/06/das-internet-vergisst-nicht.html' title='Das Internet vergisst nicht'/><author><name>dam</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01282009441208961285</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/-rs3V6hUEz3k/TeYBIdh2ByI/AAAAAAAAADs/h2_JOolIEfw/s72-c/Blog_Netzwerk.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9021765797302872991.post-5649563852803539633</id><published>2011-05-03T05:39:00.001-07:00</published><updated>2011-05-03T05:42:26.255-07:00</updated><title type='text'>Vom Preis der Würde</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/-DQ6Fgh0rFCg/Tb_4CF4g9mI/AAAAAAAAADk/jSXQjYBMnnQ/s1600/Blog_320px.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 206px;" src="http://2.bp.blogspot.com/-DQ6Fgh0rFCg/Tb_4CF4g9mI/AAAAAAAAADk/jSXQjYBMnnQ/s400/Blog_320px.jpg" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5602469176294831714" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Text: Kujtim Sabani, Foto: Simone Gloor&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Egal, was wir machen: Motivation brauchen wir immer. Ohne Motivation würden wir am Morgen gar nicht aufstehen, erst recht nicht um fünf Uhr, wie ich es tat, als ich in einem Verteilzentrum arbeitete. Während dieser Zeit wachte einmal mein dreijähriger Sohn auf und fing an zu schreien: «Nein, geh nicht weg! Nein …» Er konnte nicht wissen, dass es darum ging, für die Familie – und damit auch für ihn – aufzukommen. Seine Schreie hallten mir den ganzen Tag in den Ohren wider.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;«Wenn ich einen Uniabschluss hätte, wäre ich bestimmt nicht hier», hörte ich eine Mitarbeiterin in der Kantine zu ihrem Kollegen sagen. Ich fühlte mich angesprochen und bat sie, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen. «Du hast doch nicht in der Schweiz studiert – oder?», fragte sie verunsichert. Sie konnte es schlechthin nicht nachvollziehen, dass ein Akademiker solche Arbeiten ausüben musste, noch dazu einer, der in der Schweiz abgeschlossen hat. Was wir beide nicht wussten: In dem Zentrum gab es noch mindestens vier weitere Akademiker. Sie kamen aus Schwarzafrika, Russland und Polen. Einer hatte in Deutschland Recht studiert. Und im benachbarten Verteilzentrum führte ein Schweizer Akademiker, von Beruf Philosoph, solche Arbeiten aus. Im «Lager», wie wir unseren Arbeitsort nannten, waren wir dazu verurteilt, Routinearbeiten auszuführen, für die es keinerlei Qualifizierung braucht – Waren einlagern, schleppen, sortieren und so weiter. Die Abteilungsmanagerin – an sich eine bewundernswerte Frau – sei von Beruf Coiffeuse, hiess es.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hätte man diesen Hochqualifizierten nicht eine anspruchsvollere Arbeit anvertrauen können? Was bringt diese Menschen dazu, untergeordnete Funktionen auszuüben? Wie viele Kinder müssen sie unterhalten? Oder gar: wie viele Familien? Solche Fragen gingen mir des Öftern durch den Kopf. Tarkan etwa, der ein Literaturbegeisterter war und «für sich selbst» Filmszenarien schrieb, hätte sehr gerne studiert, aber die Familie in der Türkei war auf seine materielle Unterstützung angewiesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es fragt sich, ob die Motivation irgendwann mal nachlässt. Meine Erfahrung im Verteilzentrum lieferte mir einen Beleg dafür, dass sie sogar zunehmen kann: Hans war in einer anderen Firma ordentlich pensioniert worden und wollte dennoch weiterarbeiten. Als wir im Verteilzentrum – ausnahmsweise – einmal eine ganze Stunde Mittagspause machen durften, hielt er es nicht aus. Nach einer dreiviertel Stunde – so lange machten wir normalerweise Pause – rannte er zurück an die Arbeit. Er fiel uns nicht nur mit seinem Fleiss auf. Nach der Arbeit zog er Jackett und Krawatte an und ging oft zu Fuss nach Hause. Dabei legte er eine Strecke von etwa fünf Kilometer zurück. Mit seinem Verhalten sorgte Hans für viel Gesprächsstoff im Verteilzentrum. Die älteren Arbeitskollegen erzählten von dem Tag, als seine Frau in den Notfall musste. Die Firma wurde informiert, und sie erlaubte Hans, sofort zu seiner Frau zu gehen. Darauf soll Hans gesagt haben, er mache zuerst den Auftrag fertig, bevor er gehe. Mit seinem Eifer erinnerte er mich an meinem Grossvater. Selbstverständlich fragten wir uns immer wieder, woher Hans seine Motivation schöpfte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Verteilzentrum arbeitete auch ein Mitarbeiter um die vierzig, ein Akademiker, der zudem einen Titel in Bodybuilding führte. Merkwürdigerweise hatte er die Angewohnheit, körperlich anstrengende Arbeit zu meiden, wo immer er konnte, was mit seiner einprägsamen Erscheinung merkwürdig kontrastierte. Ich fragte mich, warum er wohl die schweren Arbeiten anderen überliess, obwohl es Gründe dafür geben mag: Bei schlechter Entlöhnung und geistiger Unterforderung nimmt die Motivation ab, erst recht, wenn man aus nicht nachvollziehbaren Gründen auch noch diskriminiert wird. Er brachte bestimmt bessere Voraussetzungen mit als viele andere, die auf den verschiedenen Managementebenen des Unternehmens beschäftigt waren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe einen anderen Weg gewählt. Anstatt mich in einer bequemen Nische einzurichten und die schweren Arbeiten anderen zu überlassen, kündigte ich nach anderthalb Jahren die Stelle im Verteilzentrum. Empfehlen kann ich das allerdings nicht. Der Ordner mit den Arbeitsbemühungen um einen Job im erlernten Beruf wird immer umfangreicher, und ich bin noch immer ohne Arbeit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dafür kann ich heute meinen Sohn wieder zu Bett bringen. Als ich noch im Verteilzentrum arbeitete, ging das nicht, denn ich schlief oft vorher ein. Einmal hatte er eine «Niederlage» hinnehmen müssen und wollte nicht mit Reden aufhören. Irgendwann musste ich ihn auffordern, zu schlafen. Nach einer Pause wollte er seinen Gehorsam bestätigen und meldete sich: «Siehst du, dass ich nicht mehr rede?» Auf meinen ernsten Blick hin deckte er sein Gesicht mit der Decke zu. Kurz darauf sagte er: «Papi, wir sind stark!», und kehrte mir den Rücken. Diese Worte machten mir Mut. Sie werden mir mein ganzes Leben in den Ohren widerhallen. Er brachte damit etwas auf den Punkt, wofür es ein albanisches Sprichwort gibt: Der Schlag, der mich nicht tötet, macht mich stärker.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9021765797302872991-5649563852803539633?l=derarbeitsmarkt.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/feeds/5649563852803539633/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2011/05/vom-preis-der-wurde.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/5649563852803539633'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/5649563852803539633'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2011/05/vom-preis-der-wurde.html' title='Vom Preis der Würde'/><author><name>dam</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01282009441208961285</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/-DQ6Fgh0rFCg/Tb_4CF4g9mI/AAAAAAAAADk/jSXQjYBMnnQ/s72-c/Blog_320px.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9021765797302872991.post-4543998359026214906</id><published>2011-04-04T10:20:00.000-07:00</published><updated>2011-04-05T09:18:27.916-07:00</updated><title type='text'>Berufe unter Druck</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/-yPd7Nq5Xydo/TZrndfgwbTI/AAAAAAAAADc/RaRMGImSRO4/s1600/Blog_Computer_320px.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 236px;" src="http://2.bp.blogspot.com/-yPd7Nq5Xydo/TZrndfgwbTI/AAAAAAAAADc/RaRMGImSRO4/s400/Blog_Computer_320px.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5592036381195005234" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Text: Martin Mäder, Foto: Simone Gloor&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wann haben Sie das letzte Mal einen richtigen Bären gesehen? Wenn Sie nicht gerade kürzlich im Zoo waren oder vielleicht dem Bärenpark in Bern einen Besuch abstatteten, dürfte dies eine Weile her sein. Womöglich haben Sie «Meister Petz» überhaupt noch nie zu Gesicht bekommen. Schliesslich beschränkt sich die Präsenz des Bären in der Schweiz heutzutage fast nur auf das Berner Wappen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was der Bär in freier Wildbahn, sind manche Berufe in der Arbeitswelt: mehr oder weniger rare Spezies. Die Modistin etwa, der Wagner oder der Buchbinder. Berufe, die heute beinahe ausgestorben sind. Wie beim Bären wirkten sich im Laufe der Zeit die Rahmenbedingungen negativ auf ihr Vorkommen aus. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass ein Beruf heute selten ist, kann viele Gründe haben. Manche Tätigkeiten waren gar nie stark verbreitet, beispielsweise weil nur eine geringe oder ganz spezifische Nachfrage nach der Dienstleistung besteht oder der Beruf als unpopulär und wenig erstrebenswert gilt. Die überwiegende Mehrheit heute seltener Berufe war ursprünglich aber verbreitet. Zu ihrem Verschwinden hat namentlich die technologische Entwicklung beigetragen, so dass viele Tätigkeiten heute nicht mehr oder nur noch sehr limitiert benötigt werden. Paradebeispiele liefert die grafische Industrie: Mit dem Aufstieg des Computers ging der Niedergang vieler Berufe einher. Buchdrucker, Schriftsetzer, Lithografen: Wo seid ihr geblieben?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Fokus der Rationalisierung, die der Computer in vielen Branchen eingeläutet hat, steht klar die Kostensenkung. Und weil das Personal immer der grösste Ausgabeposten ist, kam der Kostenfaktor Mensch unter Druck. Die Ablösung des Menschen durch die Maschine brachte aber auch Vorteile mit sich: So bezieht ein Computer nicht nur kein Gehalt, sondern er ist auch nie krank und nimmt keine Ferien. Und meistens macht er auch keine Fehler. Richtig eingesetzt und korrekt programmiert, bringt ein Computer durch seine schiere Unfehlbarkeit ein deutliches Plus an Sicherheit. Somit ist mit Blick auf den technologischen Fortschritt nicht einfach von selten gewordenen Berufen zu sprechen. Die eigentlich rare Spezies in der Arbeitswelt ist der Mensch. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Technologisierung nur als Jobkiller darzustellen, greift freilich zu kurz. Schliesslich ist der Computer nicht nur Symbol für das Aus vieler Berufe. In seiner Bugwelle sind auch neue Tätigkeiten aufgekommen. Wer in Krisenzeiten wegrationalisierten Berufen und Arbeitsplätzen nachtrauert, läuft Gefahr, vor lauter Schwarzmalerei das Positive zu übersehen. Optimistisch stimmt etwa die Tatsache, dass uns die Maschinen viele repetitive Arbeiten abnehmen, die uns ohnehin langweilen würden. So wird die menschliche Arbeitskraft befreit für gesellschaftlich nützliche und erst noch krisensichere Jobs – etwa in der Pflege und Betreuung von Betagten, wo immer Menschen gebraucht werden.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9021765797302872991-4543998359026214906?l=derarbeitsmarkt.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/feeds/4543998359026214906/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2011/04/berufe-unter-druck.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/4543998359026214906'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/4543998359026214906'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2011/04/berufe-unter-druck.html' title='Berufe unter Druck'/><author><name>dam</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01282009441208961285</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/-yPd7Nq5Xydo/TZrndfgwbTI/AAAAAAAAADc/RaRMGImSRO4/s72-c/Blog_Computer_320px.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9021765797302872991.post-8257059060531055028</id><published>2011-02-24T04:18:00.000-08:00</published><updated>2011-02-24T05:32:20.625-08:00</updated><title type='text'>Nöd ganz putzt</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/-kxnXdKX_L3E/TWZRJ76FoXI/AAAAAAAAADM/Hotc2cMHxi8/s1600/Blog_Putz_320px.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 275px;" src="http://1.bp.blogspot.com/-kxnXdKX_L3E/TWZRJ76FoXI/AAAAAAAAADM/Hotc2cMHxi8/s400/Blog_Putz_320px.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5577234419686941042" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Text: Olaf Kühne; Foto: Simone Gloor&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;«Kostenoptimierung», «Outsourcing», «Kompetenzenkonzentration» und «Arbeitsplatzmigration» sind Begriffe, mit denen die Damen und Herren Ökonomen gerne um sich werfen. Sie tun dies nicht immer sehr gezielt – und treffen damit oftmals Menschen, die ihnen am Vorabend das Büro geputzt und den Papierkorb geleert haben. Was für den Stier in der Arena das rote Tuch ist, sind für die Kostenoptimierer die Lohnkosten. Diese zu senken, so scheint es, führt manchen Unternehmensberater ohne Umwege ins Nirwana der neoliberalen Glückseligkeit. Die Beratungsfirma McKinsey &amp; Company rühmt sich auf ihrer deutschen Website damit, dass 40 Prozent ihrer Consultants «fundierte Erfahrung aus anderen Unternehmen» mitbringen. Aha! Weshalb müssen sie dann ausgerechnet die anderen 60 Prozent auf die Arbeitsplätze in den tiefen Lohnsegmenten loslassen? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Verschwörungstheoretiker vermuten, dass durch Druck auf die Niedriglöhne anderen Unternehmen die Kunden entzogen werden sollen, wodurch diese Umsatz verlieren, dafür aber ihr Bedarf nach einer Beratung steigt. Drei, vier Quartale später – längerfristig denkt man in diesen Kreisen offenbar nicht – ist die Erfolgsrechnung wieder im Plus. Alles Überflüssige wurde eliminiert oder zumindest outgesourct, und die Löhne an der Basis sind für die nächsten paar Verhandlungsrunden bestenfalls eingefroren. Dafür wird gerne die Drohkulisse der Arbeitsplatzmigration aufgebaut. Schliesslich ist die Schweiz eine Hochlohninsel, und der Asiate macht es viel billiger und fast genauso gut. Klar doch! Schliesslich ist es überhaupt kein Problem, Tieflohnjobs nach Asien zu verlagern. Die thailändische Coiffeuse kann meine Haare ebenso gut in Bangkok schneiden. Meine Einkäufe im Supermarkt melde ich per Mail nach China, wo sie die Kassierin meiner Postcard belastet, Superpunkte selbstverständlich inklusive. Die damit erworbene Prämie bringt mir dann ein Postbote aus Bangladesch direkt vor die Haustüre. Dort trifft er auf meine vietnamesische Putzfrau.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wertschöpfung heisst das Zauberwort. Per Definition kann eine Reinigungskraft diese nur in einem Reinigungsunternehmen erwirtschaften. In allen anderen Branchen ist sie lediglich ein Kostenfaktor. Und der ist böse! Generationen von Wirtschaftswissenschaftlern haben es noch nicht fertig gebracht, den Wert eines sauberen Arbeitsplatzes monetär zu beziffern. Ergo hat er auf der Ertragsseite der Erfolgsrechnung auch nichts verloren. Komischerweise trifft das auf die Feng-Shui-Beraterin, die die zu reinigenden Büros eingerichtet hat, nicht zu. Aber das ist eine andere Geschichte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun ist zwar gegen ein intelligentes Outsourcing nichts einzuwenden. Schliesslich macht es Sinn, das erforderliche Know-how nicht x-fach zu erwerben, sondern Kompetenzen zu konzentrieren. Das Wissen um Umweltbestimmungen, gefährliche Chemikalien und den problemlosen Umgang mit Reinigungsmaschinen ist bei professionellen Reinigungsfirmen bestimmt besser aufgehoben als in der HR-Abteilung eines Industriebetriebes. Dass man die Preise eines externen Dienstleisters einfacher drücken kann als den Lohn einer im eigenen Hause angestellten Reinigungskraft, scheint dabei für viele Unternehmungen ein angenehmer Nebeneffekt zu sein. Steht doch das beauftragte Putzinstitut in Konkurrenz mit mehreren Hundert Mitbewerbern. Und einer externen Putzfrau muss man auch nicht so häufig in die Augen sehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ja, es macht richtig Spass, auf Ökonomen, Berater und die Wirtschaft als Ganzes zu schimpfen. Aber Hand aufs Herz: Hat Sie bei Ihrem letzten Geiz-ist-geil-Einkauf der Lohn der Kassierin interessiert?&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9021765797302872991-8257059060531055028?l=derarbeitsmarkt.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/feeds/8257059060531055028/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2011/02/nod-ganz-putzt.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/8257059060531055028'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/8257059060531055028'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2011/02/nod-ganz-putzt.html' title='Nöd ganz putzt'/><author><name>dam</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01282009441208961285</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/-kxnXdKX_L3E/TWZRJ76FoXI/AAAAAAAAADM/Hotc2cMHxi8/s72-c/Blog_Putz_320px.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9021765797302872991.post-7745431839648593384</id><published>2011-01-28T06:33:00.000-08:00</published><updated>2011-01-28T06:45:59.967-08:00</updated><title type='text'>Lernen: lebenslänglich</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_HGE3FbMSJHc/TULVqUfKUCI/AAAAAAAAADA/ofgOY8Amsq4/s1600/blog_weiterbildung_320.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 220px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_HGE3FbMSJHc/TULVqUfKUCI/AAAAAAAAADA/ofgOY8Amsq4/s400/blog_weiterbildung_320.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5567247012413984802" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Text: Marco Borghi; Foto: Urs Lindt&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich erinnere mich noch gut an ein Erlebnis in meiner Bezirksschulzeit in den siebziger Jahren. Neben dem Einpauken der Vokabeln, gab es hin und wieder eine lustige Einlage. Besonders toll fanden wir es, wenn ein Schüler oder eine Schülerin einem Lehrer ein Schnippchen schlug; hier ein Beispiel aus dem Fach Physik: Vor der Pause hatte unser Lehrer, pflichtbewusst wie er war, den Elektromotor aus seiner Sammlung bereitgestellt. Alles war eingerichtet. Er ging in die Pause. Eine Schülerin zog kurz vor dem Ende der Pause den Stecker aus der Dose. Nach einigen theoretischen Erklärungen rief er uns nach vorne. Gespannt schauten wir wie unser Lehrer in grosser Erwartung den Schalter drehte. Aber oh Schreck, es geschah nichts. Der Dozent begann darauf voller Erstaunen und Unverständnis den Motor zu untersuchen. Zuerst hob er die Abdeckung, dann untersuchte er jede einzelne Verbindung. In jener Zeit waren die einzelnen Teile des Motors mit dicken und dünnen Kabeln verdrahtet. Sein Erstaunen steigerte sich von Lötstelle zu Lötstelle. Da konnten wir uns nicht mehr zurückhalten. Die Ersten begannen zu kichern, bis die ganze Klasse in schallendes Gelächter ausbrach. Schliesslich erlöste eine Mitschülerin unseren Lehrer. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Situation wäre anders verlaufen, wäre es unserem Lehrer nicht peinlich gewesen, Opfer eines Streiches zu werden. Das führte dazu, dass er selber nicht reagierte, sondern von einer Schülerin gerettet wurde. Peinlich konnte diese Situation nur sein, weil es in der Vorstellung der damaligen Pädagogik ein klares Gefälle zwischen dem wissenden Lehrer und dem unwissenden Schüler gab. So war es für einen Lehrer schwer zu verkraften, von Schülern reingelegt zu werden. Es  war in seiner Vorstellung das Eingeständnis, den Schülern in dieser Situation unterlegen zu sein. Also war er hier der Unwissende und die Schüler die Wissenden, was der damaligen Lehre widersprach. In späteren Jahren verwischte sich dieser Unterschied und die Schule wurde zur Lerngemeinschaft. Die Interessen und Vorstellungen der Schüler wurden in Gruppenarbeiten miteinbezogen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erst nach der Mittelschule lernte ich das selbstorganisierte Lernen kennen. In dieser Lernform ist der einzelne Schüler der aktivste Teil im Lernprozess. Er ist nicht länger dem Frontalunterricht des Lehrers ausgeliefert, der nur durch einige Gruppenarbeiten unterbrochen wird. Stattdessen handelt der Dozent altersgerecht mit den Lernenden die Ziele aus. Diese umfassen nicht nur das Denken; dazu kommt die Fähigkeit, sein Wissen einzusetzen und selber damit Lösungen zu erarbeiten. Nach der Festsetzung der Ziele klärt der Unterrichtende das Zeitintervall, in dem die Schüler ihre Ziele erreichen sollen. Ein wichtiger Teil ist der Weg dahin: Welche Methoden können sie benutzen, um zum Ziel zu gelangen? Dieser Lernweg ermöglicht dem Schüler, sich eigenständig Wissen und Können anzueignen und später einzusetzen. Der Lehrer wird zum Coach, zum Berater. Diese neu entwickelte Unterrichtsform, beginnt heute oft schon in der Primarschule. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie gilt nicht nur für die Schule oder Ausbildung, sondern ebenso in der Erwachsenenbildung und beruht auf einem neuen Menschenbild. Im Zentrum steht nicht mehr die Anpassung des Einzelnen an eine bestimmte Verhaltensweise, an bestimmte Werte. Wichtig ist heute die Entwicklung zur grösstmöglichen Selbständigkeit des Einzelnen in Beruf, Privatleben, in der Kommunikation und als Staatsbürgerin, als Staatsbürger. Nach diesem neuen Menschenbild sind wir ein Leben lang unterwegs, fähig zu lernen bis ins hohe Alter. Die Entwicklung der Arbeitswelt fordert uns heraus, uns dem Lauf der Zeit zu stellen und lebenslang zu lernen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Pädagogik von heute geht nicht mehr von einer klaren Verteilung von Wissen und Nichtwissen aus. Lehrpersonen haben in bestimmten Bereichen mehr Erfahrung als  die Schülerinnen und Schüler, in anderen kann es umgekehrt sein. Es ist nicht mehr peinlich, wenn Schüler einen Lehrer reinlegen. Wo immer Unterricht stattfindet, sei es in der Schule oder in der Erwachsenenbildung, ist es das Ziel, den Teilnehmenden eine förderliche Lernumgebung zu verschaffen, damit sie ihre Fähigkeiten so gut wie möglich entwickeln können. In dieser Absicht würde ein heutiger Lehrer den Schülern ein Kompliment für ihre Cleverness aussprechen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9021765797302872991-7745431839648593384?l=derarbeitsmarkt.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/feeds/7745431839648593384/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2011/01/lernen-lebenslanglich.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/7745431839648593384'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/7745431839648593384'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2011/01/lernen-lebenslanglich.html' title='Lernen: lebenslänglich'/><author><name>dam</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01282009441208961285</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_HGE3FbMSJHc/TULVqUfKUCI/AAAAAAAAADA/ofgOY8Amsq4/s72-c/blog_weiterbildung_320.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9021765797302872991.post-1480870524362628468</id><published>2010-11-29T07:09:00.000-08:00</published><updated>2010-12-22T02:17:08.021-08:00</updated><title type='text'>«Öppis rächts»</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_HGE3FbMSJHc/TPPCtP2inEI/AAAAAAAAAC0/k06lGX6Vz5o/s1600/Jugendliche_320px.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 209px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_HGE3FbMSJHc/TPPCtP2inEI/AAAAAAAAAC0/k06lGX6Vz5o/s400/Jugendliche_320px.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5544989648828406850" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Text: Olaf Kühne;  Foto: Archiv «der arbeitsmarkt»&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;«Mach s’ KV, dänn häsch öppis rächts!» Wie viele Eltern mit dieser Aufforderung auch dieses Jahr ihrem lehrstellensuchenden Nachwuchs die Adventszeit vermiesen, weiss ich nicht. Sie taten es aber schon, als ich mich Mitte der Achtzigerjahre daran machte, die Stelle fürs Leben zu finden. Heute, 25 Jahre später, kann ich sagen, dass es sie für mich nicht gibt. Denn ich habe ihn befolgt, diesen elterlichen Rat zur professionellen Glückseligkeit. Ich habe nicht nur eine kaufmännische Ausbildung genossen. Ich habe dies sogar in einem grundsoliden Staatsbetrieb getan. Wahrscheinlich wäre ich heute dort in einer gehobenen Position und würde mich jeden 25. des Monats über einen fünfstelligen Betrag auf meinem Konto freuen. Und genau so wahrscheinlich würde ich mich jeden Morgen wieder fragen, wie viele Tage es denn noch bis zu meiner Pension dauert. Dabei kann ich sie sogar verstehen, die Eltern, die sich für ihre Sprösslinge einen sicheren Job mit einem beruhigenden Einkommen wünschen. Gerne vergessen wir bei unserem Streben nach materieller Sicherheit aber, dass 50 Jahre in einem Job, der uns nicht glücklich macht, eine verdammt lange Zeit sein können. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei meinem letzten Arbeitgeber hatte ich die Gelegenheit, während der jährlichen Schnupperwochen die 15-jährigen Bewerber auf eine der begehrten KV-Lehrstellen einen halben Tag betreuen zu dürfen. Allen war anzumerken, dass sie die Ratschläge ihrer Lehrer, Berufsberater und Eltern beherzigten. Sie kamen adrett gekleidet, gaben sich interessiert und hatten auf fast jede Frage eine Antwort parat. «Warum willst Du denn das KV machen», habe ich jede und jeden gefragt. «Ich arbeite gerne mit Computern», kam es jeweils wie aus der Pistole geschossen. «Warum willst Du dann nicht Informatiker werden?» «Ähm…»   &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dies soll nun aber kein KV-Bashing werden. Ganz im Gegenteil. Das KV, oder «Kauffrau/Kaufmann», wie die 3-jährige Lehre korrekt heisst, ist eine tolle Ausbildung. Sie ist eine gute Basis, die den Berufsleuten später sehr viele Türen öffnet und zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten bietet. Wenn man denn Spass an seinem Beruf hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Leute, die ihre Jobs mit Herzblut machen, obwohl ihre Berufe in den Strudel des technologischen Fortschritts geraten sind, zeigen wir in unserem aktuellen Heft, in der Dezember-Ausgabe «der arbeitsmarkt». Den oft zitierten Hufschmied wollten wir dabei nicht überstrapazieren. Dafür gewähren ein Fernsehtechniker, ein Stenograf, zwei Fotolaboranten und ein Bahnhofvorstand Einblick in ihren Alltag. Bereits 1983 hätte wohl jeder Berufs- oder Unternehmensberater den zwei Fotolaboranten dringend davon abgeraten, sich mit einem Schwarz-Weiss-Labor selbstständig zu machen. Doch sie haben auf niemanden gehört, sind bis heute bar jeder elterlichen Vernunft ihrer Passion treu geblieben und können davon leben. Beneidenswert, nicht wahr?&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9021765797302872991-1480870524362628468?l=derarbeitsmarkt.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/feeds/1480870524362628468/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2010/11/oppis-rachts.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/1480870524362628468'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/1480870524362628468'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2010/11/oppis-rachts.html' title='«Öppis rächts»'/><author><name>dam</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01282009441208961285</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_HGE3FbMSJHc/TPPCtP2inEI/AAAAAAAAAC0/k06lGX6Vz5o/s72-c/Jugendliche_320px.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9021765797302872991.post-2474163430988838764</id><published>2010-10-27T01:17:00.000-07:00</published><updated>2010-10-28T01:02:43.598-07:00</updated><title type='text'>Working Poor aller Branchen, vereinigt euch!</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_HGE3FbMSJHc/TMkuDbT5mfI/AAAAAAAAACs/A8l9D2O7HyY/s1600/Blog_Armut_320px.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 221px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_HGE3FbMSJHc/TMkuDbT5mfI/AAAAAAAAACs/A8l9D2O7HyY/s400/Blog_Armut_320px.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5533004253607074290" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Text: Andreas Affolter; Foto: Urs Lindt&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;«Warum gibst du ihr nichts?», fragt mich mein Töchterchen leicht vorwurfsvoll. Obwohl ich versucht habe wegzuschauen, weiss ich, wovon sie spricht: Im Eingangsbereich des Einkaufszentrums steht eine junge Mutter mit einem Kinderwagen und streckt Passanten die hohle Hand entgegen. «Das ist doch eine Zigeunerin», sagt mein Kind beeindruckt und gibt ihr etwas Münz. Auf der Rolltreppe wird mir bewusst, was mich irritiert hat: Wir Schweizer sind nicht gewohnt zu zeigen, wie gut oder wie schlecht es uns geht. Alle sind wir Mittelstand: Der Reiche protzt nicht mit seinem Vermögen, der Arme kaschiert seine materielle Not. Und wenn jemand trotzdem mal über Geldsorgen klagt, heisst es postwendend: «Der sollte halt mal richtig arbeiten.»&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Solch gedankenlose Sprüche treffen die Working Poor besonders. Der Begriff bezeichnet Leute, deren Lohn nicht ausreicht, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Die Statistiker gehen von Haushalten aus, deren Mitglieder zusammen mindestens 36 Stunden pro Woche erwerbstätig sind. So kommen sie in der Schweiz auf rund 150 000 Working Poor. Eine(n) von ihnen möchte ich treffen, um ein Porträt zu verfassen. Deshalb frage ich bei den Stellen nach, von denen die alarmierenden Studien kommen: Universitäten, Hilfswerke, Gewerkschaften. Äusserst merkwürdig: Einen Kontakt kann mir innert nützlicher Frist niemand vermitteln.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine mögliche Erklärung besteht darin, dass die Statistik übertreibt – doch ich wage an der Seriosität der Erhebung nicht zu zweifeln. Die wahrscheinlichere Erklärung lautet, dass sich die Working Poor nicht outen wollen. Wer gibt schon freiwillig zu, dass er für einen mickrigen Lohn schuftet? Und vor allem: Meistens sind die Betroffenen in sogenannt prekären Arbeitsverhältnissen tätig – das heisst, sie verdienen nicht nur wenig, sondern haben auch keine sichere Anstellung. Working Poor müssen jederzeit damit rechnen, dass der Arbeitgeber auf ihre Dienste verzichtet, wenn sie aufmucken und eine Gehaltserhöhung wollen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Gewerkschaften fordern gesetzliche Mindestlöhne und Regelungen für Einsätze auf Abruf, weil es gerade für Tieflohnbranchen kaum Gesamtarbeitsverträge gebe. Langfristig sei keine Lösung, dass der Staat Working Poor Ergänzungsleistungen ausrichte; so subventioniere er indirekt miserabel zahlende Firmen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Deshalb mein Aufruf: «Working Poor aller Branchen, vereinigt euch! Macht auf eure Situation aufmerksam. Gemeinsam habt ihr Chancen, eure Interessen durchzusetzen.» So könnte die Putzfrau des Reinigungsinstitutes, das für die Sauberkeit des Einkaufszentrums zuständig ist, beim Firmenlogo auf ihrem Kittel vermerken, wie viel – oder eben wie wenig – sie verdient. Wahrscheinlich würde meine Tochter dann sagen: «Papi, wie kommt sie nur über die Runden?», und ihr Kleingeld zustecken. Wenn die Arbeitgeber gleich sensibel reagieren, ist das Ziel des Protestes erreicht – und dies nicht nur für den Einzelfall.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mehr dazu: Printausgabe «der arbeitsmarkt» 11/2010&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9021765797302872991-2474163430988838764?l=derarbeitsmarkt.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/feeds/2474163430988838764/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2010/10/working-poor-aller-branchen-vereinigt.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/2474163430988838764'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/2474163430988838764'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2010/10/working-poor-aller-branchen-vereinigt.html' title='Working Poor aller Branchen, vereinigt euch!'/><author><name>dam</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01282009441208961285</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_HGE3FbMSJHc/TMkuDbT5mfI/AAAAAAAAACs/A8l9D2O7HyY/s72-c/Blog_Armut_320px.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9021765797302872991.post-5882144776941810619</id><published>2010-09-30T00:57:00.000-07:00</published><updated>2010-09-30T01:14:11.715-07:00</updated><title type='text'>Schweizer Milch für die Karibik?</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_HGE3FbMSJHc/TKRFdoecIGI/AAAAAAAAACc/FTiPfD-_6Wo/s1600/Blog_Milch_320px.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0px auto 10px; display: block; text-align: center; cursor: pointer; width: 320px; height: 213px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_HGE3FbMSJHc/TKRFdoecIGI/AAAAAAAAACc/FTiPfD-_6Wo/s400/Blog_Milch_320px.jpg" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5522615418446684258" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Text: Andreas Affolter; Foto: Urs Lindt&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das gepresste Milchpulver bewegt sich auf dem Fliessband auf mich zu, ich nehme die Tabletten und fülle sie in die Verpackung ab. Diese muss luft- und wasserdicht sein, da die Milch eine weite Reise in Dritte-Welt-Länder vor sich hat. Das war Anfang der Achtzigerjahre, ich jobbte als Student bei einer Zürcher Molkerei. Schon damals wurde die Milchmenge, die den Inlandbedarf überstieg,  zu Schleuderpreisen exportiert. Heute ist der Milchsee grösser denn je. Die Lobby der Milchbauern macht politisch Druck, damit der Bund die Milchkontingentierung wieder einführt – dies rund eineinhalb Jahre nach Aufhebung der staatlichen Mengenregulierung. Der freie Markt funktioniere auf ihrem Buckel, jammern die Produzenten. Der Hintergrund: Weil viel zuviel Milch produziert wird,  sinkt und sinkt der Molkereipreis. Ob sich dieses Problem löst, indem man alten Wein in neue Schläuche – pardon: alte Milch in neue Kannen – füllt, darf bezweifelt werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine Empfehlung an die Adresse der Landwirte lautet: «Verkauft eure Produkte direkt. So löst ihr den Endpreis.» Auch dieser Ansatz ist alles andere als neu. Ich bin im solothurnischen Mittelland aufgewachsen. Zehn Fussminuten von meinem Elternhaus entfernt lag ein Hof. Jeden Abend machte der Bauer die Runde durchs Dorf, an den Haltestellen schüttete er den Hausfrauen bzw. ihren Gesandten die weisse Flüssigkeit ins Chesseli. Es war echte Vollmilch: Meine Mutter kaufte nie Rahm, sondern konnte diesen oben abschöpfen. Und ich wusste, woher die Milch kam. Bei Spaziergängen mit dem Hund war ich immer wieder auf dem Hof und schaute dem Melker zu, der Radio Beromünster eingeschaltet hatte. Eines Tages gab es einen anderen Besitzer. Dem neuen Landwirt war die Tour durchs Dorf bald zu aufwändig, er fuhr lieber ohne Zwischenhalt in die Chäsi. Inzwischen hat der Wind wieder gedreht: Allgemein ist der Wert der Direktvermarktung anerkannt. Der erwähnte Bauer hat einen Hofladen eröffnet, er nimmt am Wochenmarkt im nahe gelegenen Städtchen teil.  «Aus der Region» liegt im Trend. Und  ein Teil der Konsumierenden ist bereit, dafür einen höheren Preis zu bezahlen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als Familienvater habe ich mir angewöhnt, preisbewusst einzukaufen. Ich poste nicht mehr Frischmilch im Chesseli, sondern uperisierte, homogenisierte und standardisierte Milch in der günstigen Tetra-Grosspackung. Jeweils gleich nach dem Aufstehen trinke ich eine Tasse Milchkaffee. Auch in andern Ländern, wo Milch nicht zu den Grundnahrungsmitteln gehört, brauche ich die morgendliche Ration. Manchmal mache ich den Preisvergleich mit dem Getränk, das ich abends am liebsten mag: Bier. In meiner zweiten Heimat, der Dominikanischen Republik, ist Milch fünfmal teurer. Vielleicht sollte ich meine Beziehungen nutzen, damit die überschüssige Schweizer Milch pulverisiert und spottbillig in die Karibik verschifft wird. Oder ich ändere meine Gewohnheiten und beginne den Tag schon mit Gerstensaft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mehr dazu: Printausgabe «der arbeitsmarkt» 10/2010&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9021765797302872991-5882144776941810619?l=derarbeitsmarkt.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/feeds/5882144776941810619/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2010/09/schweizer-milch-fur-die-karibik.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/5882144776941810619'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/5882144776941810619'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2010/09/schweizer-milch-fur-die-karibik.html' title='Schweizer Milch für die Karibik?'/><author><name>dam</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01282009441208961285</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_HGE3FbMSJHc/TKRFdoecIGI/AAAAAAAAACc/FTiPfD-_6Wo/s72-c/Blog_Milch_320px.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9021765797302872991.post-723045226983333685</id><published>2010-08-30T00:25:00.000-07:00</published><updated>2010-08-30T00:26:42.982-07:00</updated><title type='text'>Der Kunde ist König</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_HGE3FbMSJHc/THtdIQ7osMI/AAAAAAAAACE/ERzbUiradn8/s1600/Blog_K%C3%B6nig_320px.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0px auto 10px; display: block; text-align: center; cursor: pointer; width: 320px; height: 219px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_HGE3FbMSJHc/THtdIQ7osMI/AAAAAAAAACE/ERzbUiradn8/s400/Blog_K%C3%B6nig_320px.jpg" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5511100965583368386" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;Text: Michael Helbling; Foto: Simone Gloor&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;Vor nicht allzu langer Zeit in einem nicht allzu fernen Land lebte einmal ein König. Er hatte alles, was er sich nur wünschen konnte und noch viel mehr. Vor allem litt er keinen Mangel an Bediensteten, die ihm das Leben erleichterten. Sie lasen ihm jeden Wunsch von den Augen ab. Wenn er einmal keinen Wunsch hatte, lasen sie so lange, bis der König tief in sich ging und doch noch einen Wunsch fand. Bisweilen fand er Wünsche, von denen er nie geglaubt hatte, dass es sie gäbe. So lebte der König von einem Tag zum nächsten das geruhsamste und angenehmste Leben, das man sich nur denken kann. &lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;Die Jahre zogen ins Land, und der König wähnte sich schon im Paradies auf Erden, hätten ihn nicht dann und wann Zweifel an seinem von Wünschen erfüllten Leben umgetrieben und um den Schlaf gebracht. Ihm blieb immer weniger Zeit, um mit seinen Herzögen und Edelleuten auszureiten oder auf die Jagd zu gehen, weil die Reihe der Bediensteten, die um eine Audienz bei ihm ersuchten, um ihm einen Wunsch zu erfüllen, immer länger wurde. Der König wurde zusehends gereizter und wusste sich ob der ganzen Annehmlichkeiten, die ihn umgaben, gar nicht mehr zu erfreuen. &lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;Weil er die Bediensteten alle mit einem Goldstück für ihre Dienste entlöhnte, sah der König seinen ehedem unerschöpflichen Reichtum schwinden. War er bis dahin wegen seiner umgänglichen und sanftmütigen Art weitherum bekannt und beliebt, so hiess es unter den Bediensteten nun immer öfters, der König sei in letzter Zeit allzu reizbar. Es gebe bisweilen gar Tage, an denen er nicht einmal zufrieden zu stellen sei, wenn man ihm einen Wunsch von den Augen ablese. &lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;Die Bediensteten verdrängten aber schnell alle Zweifel an ihrem Tun, denn wovon sollten sie leben und ihre Familien ernähren wenn nicht von den Goldstücken, die ihnen der König gab? Also machten sie ihm weiter ihre Aufwartung und erfüllten ihm immer mehr Wünsche, auf die er von selbst nie gekommen wäre. So trug es sich zu, dass die Bediensteten immer besser lebten, der König aber von Tag zu Tag ärmer wurde. Schliesslich musste er seine letzten Gewänder versetzen, um den Hunger seiner Diener nach Goldstücken stillen zu können. Er selbst hungerte immer mehr, derweil die Bediensteten immer feister und fauler wurden. &lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"&gt;Der König heisst übrigens Kunde, und wenn er nicht gestorben ist, leidet er noch heute Hunger und verteilt Goldstücke an seine Bediensteten: die Telecomunternehmen, Krankenkassen, die Versicherungen und wer da sonst noch Wünsche erfüllt, wo keine sind. &lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9021765797302872991-723045226983333685?l=derarbeitsmarkt.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/feeds/723045226983333685/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2010/08/der-kunde-ist-konig.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/723045226983333685'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/723045226983333685'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2010/08/der-kunde-ist-konig.html' title='Der Kunde ist König'/><author><name>dam</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01282009441208961285</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_HGE3FbMSJHc/THtdIQ7osMI/AAAAAAAAACE/ERzbUiradn8/s72-c/Blog_K%C3%B6nig_320px.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9021765797302872991.post-8515375310394864831</id><published>2010-06-29T01:11:00.000-07:00</published><updated>2010-06-29T03:20:09.791-07:00</updated><title type='text'>Geschlechtsneutrale Zebrastreifen</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_HGE3FbMSJHc/TCnI0cArSOI/AAAAAAAAAB8/TIxdxeU5TXc/s1600/Blog_Zebra_320px.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0px auto 10px; display: block; text-align: center; cursor: pointer; width: 320px; height: 212px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_HGE3FbMSJHc/TCnI0cArSOI/AAAAAAAAAB8/TIxdxeU5TXc/s400/Blog_Zebra_320px.jpg" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5488138424125442274" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Text: Annamaria Ress-Karl; Foto: Zoo Zürich, Karsten Blum&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Irgendwie erinnern mich die Schweizer an die Schildbürger. Das waren seltsame Leute. Alles, was sie taten, machten sie falsch. Und alles, was man ihnen sagte, nahmen sie genauso, wie man es ihnen sagte. Bei den Schweizern zeigt sich diese Eigenart, wenn es um die deutsche Sprache geht, wie ich vor kurzem feststellen konnte. Eigentlich müssen wir Deutsch als Fremdsprache betrachten, weil wir uns manchmal recht schwer damit tun. Also lassen wir uns gerne auf alle Vorschläge und Leitfäden ein, die uns ein besseres oder sogar richtiges Deutsch vorgeben.&lt;br /&gt;Unlängst startete die Schweizerische Bundeskanzlei einen zweiten Versuch, die Weiblichkeit in der Sprache einzuführen. «Geschlechtergerechte Texte stellen die Gleichstellung von Frau und Mann in der Sprache sicher», verspricht das Nachschlagewerk «Geschlechtergerechte Sprache». In Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften liess die Bundeskanzlei einen Sprachleitfaden für die Mitarbeitenden – man beachte die geschlechtsneutrale Bezeichnung – erarbeiten. Einige der darin enthaltenen Tipps sind nachvollziehbar. Es sind jedoch auch Vorschläge enthalten, die weder sinnvoll noch praktisch sind, geschweige den lesefreundlich. Zum Beispiel sollen nicht mehr «alle Teilnehmenden» die Prüfung bestehen, sondern «alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer». Ein «Buchhalterdiplom» wird geändert in «Buchhaltungsdiplom». Genauso mühsam und nicht angenehm zu lesen sind Strichbezeichnungen für die Anzeige der weiblichen Form, zum Beispiel Bürger/innen. «Das Elter» soll neu sogar geschlechtsneutral stehen für einen Elternteil – sowohl für den Vater als auch die Mutter.&lt;br /&gt;Solche Ratschläge in einem Leitfaden bedingen, dass sie die Angestellten mit Augenmass umsetzen. Versuchen die Schreibenden krampfhaft, der Weiblichkeit gerecht zu werden, sind die Texte anstrengend und unschön zu lesen. Selbst dann, wenn die Sprachwissenschafterin Luise F. Pusch in der «NZZ am Sonntag» moniert: «Mit fast jedem Satz, in dem von Personen die Rede ist, erzeugt sie die Vorstellung einer männlichen Person.»&lt;br /&gt;Das mag stimmen, doch scheint mir dennoch absurd, dass in vielen Texten – übrigens auch im Internet - Otto Normalverbraucher jetzt plötzlich Ottilie Normalverbraucherin an seiner Seite stehen haben soll. Der Leitfaden der Bundeskanzlei schlägt dies ebenfalls vor, unter dem Begriff «geschlechtsneutrale Bezeichnung». Obwohl dies eigentlich keinen Sinn macht. Die sinnvollen weiblichen Formulierungen und Ausdrücke haben hierzulande doch längst Einzug gehalten. Unsinnig sind zudem andere «geschlechtergerechte» oder neutrale Ausdrücke, die im Leitfaden der Bundeskanzlei vorkommen. Ein Lehrerzimmer wird zum Pausenzimmer umbenannt und bekommt damit auch eine neue Bedeutung. Wie übrigens der Fussgängerstreifen, der nun definitiv sein Geschlecht verlieren soll. Aber wer will schon – beim Wort genommen – über einen Zebrastreifen gehen? Man stelle sich das einmal vor – das arme Tier! Geschlechterneutral und –gerecht ist halt eben noch lange nicht tiergerecht.&lt;br /&gt;&lt;span style=";font-family:Arial;font-size:14pt;"  lang="DE-CH" &gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;  &lt;!--EndFragment--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9021765797302872991-8515375310394864831?l=derarbeitsmarkt.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/feeds/8515375310394864831/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2010/06/geschlechtsneutrale-zebrastreifen.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/8515375310394864831'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/8515375310394864831'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2010/06/geschlechtsneutrale-zebrastreifen.html' title='Geschlechtsneutrale Zebrastreifen'/><author><name>dam</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01282009441208961285</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_HGE3FbMSJHc/TCnI0cArSOI/AAAAAAAAAB8/TIxdxeU5TXc/s72-c/Blog_Zebra_320px.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9021765797302872991.post-1505309249588724884</id><published>2010-05-27T00:25:00.000-07:00</published><updated>2010-05-27T00:28:09.807-07:00</updated><title type='text'>Brausetablette und Walzermusik</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_HGE3FbMSJHc/S_4ezPgbPCI/AAAAAAAAABU/UjvcwFekd_0/s1600/Blog.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 193px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_HGE3FbMSJHc/S_4ezPgbPCI/AAAAAAAAABU/UjvcwFekd_0/s400/Blog.jpg" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5475848062613797922" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Von Simone Sonderegger&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;Ein Vorstellungsgespräch ist keine leichte Sache. Es ist ein Ereignis, das einem in einen Zustand zwischen nervöser Erwartungshaltung und hoffnungsvoller Vorfreude versetzt. Es könnte ja der richtige Job sein.&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;Das meinte auch ein Freund, der mir in einem E-Mail schrieb. «Du, dieser Job ist doch wie für&lt;span&gt; &lt;/span&gt;dich gemacht.» Dabei war ein Link zum Inserat. Ich las: «Kulturmanagerin gesucht für Reiseagentur» und bewarb mich. Circa zwei Wochen später bekam ich einen Anruf. Herr Hämmerli war am Apparat, der mich zu einem Vorstellungsgespräch einlud. Er wirkte am Telefon etwas verwirrt, aber ich beachtete es nicht, schliesslich freute ich mich.&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;Zwei Tage vor dem Gespräch erhielt ich nochmals ein Telefon. Er fragte mich, ob ich eine Stunde früher kommen könne. Dann hätten wir Zeit, noch etwas zu arbeiten. Jetzt war ich verwirrt. Meinte er quasi eine Testarbeit? Nein, er habe grade noch etwas zu erledigen und ich könne ihm dabei helfen. Ich sagte mangels anderer Alternativen zu. Aber die Kritikerin im Hinterkopf meldete sich bereits. Was solls, ich werde es sehen. Am Tag des Vorstellungsgesprächs zog ich meinen Hosenanzug und die weisse Bluse an und machte mich auf den Weg. Vorher hatte ich natürlich gut recherchiert.&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;Herr Hämmerli stellte sich als zerknitterter, verlebter Mann heraus, der in einem ebensolchen Büro hauste. Das erste, was mir auffiel, war die zentimeterdicke Staubschicht auf dem Schreibtisch und die aufgetürmten Unterlagen. Aus einem Kofferradio auf dem Fenstersims ertönte klassische Musik. Ich setzte mich. Nachdem er sich gesammelt hatte, fragte er mich:&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;«Was ist das für Musik?»&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;«Klassische Musik», antwortete ich.&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;«Das ist klar», sagte er, «aber was ist es für Musik?»&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;Ich überlegte dieses Mal genauer, und hoffte, dass es die richtige Antwort sei:&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;«Walzer...?»&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;«Haben Sie schon einmal Walzer getanzt?»&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;«Nur in der Schule», antwortete ich und fragte mich, ob er eine Tanzlehrerin suche oder mich nur ausführen wolle. Er stellte eine Viertelstunde lang weiter Fragen über klassische Musik und Opernbesuche. Dann wagte ich mich, aus eigenem Antrieb eine Frage zu stellen:&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;«Wie stellen Sie sich eine zukünftige Mitarbeiterin vor?» Auf den Ausbruch, der darauf folgte, war ich nicht gefasst.&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;«Was fällt Ihnen ein?! Sie können mich doch nicht mitten im Gespräch unterbrechen. Sie sind schliesslich in einem Vorstellungsgespräch. Da muss man sich darauf einlassen.»&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;Nun hatte er mein Interesse definitiv geweckt. Offenbar hatte ich vor mir ein sehr spannendes Individuum mit einem ausgeprägt verhaltensoriginellen Touch. Der Job kam mir bis jetzt nicht so anspruchsvoll vor. So könnte ich mich aber die Hälfte der Zeit mit den Win- und Wendungen der Persönlichkeit des Chefs beschäftigen. Und das auch noch an Orten wie Barcelona oder Wien!&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;Irgendwann kam er nochmals auf die Oper zu sprechen, ein Thema, das ihm offenbar sehr am Herzen lag.&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;«Waren Sie schon einmal in der Oper?»&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;«Leider nein, aber ich interessiere mich für Theater.»&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;«Was haben Sie zuletzt gesehen?» Nach kurzem Überlegen fiel mir das Dürrenmattstück ein, das ich im römischen Theater von Augusta Raurica gesehen hatte.&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;«Ich kann nicht so oft ins Theater gehen, das ist leider auch eine Geldfrage», sagte ich dazu.&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;«Nein, das ist es nicht. Wenn man sich für Theater interessiert, geht man hin. Dann spielt Geld keine Rolle.»&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;Ich wollte das mit ihm nicht diskutieren und sagte nur:&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;«Das ist Ihre Meinung.»&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;«Nein, das ist keine Meinung. Das kann man auch in den Lehrbüchern nachlesen.»&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;Damit war die Diskussion für mich erledigt. Dieser geballten Ladung eindrücklicher Logik konnte ich nicht widersprechen.&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;Im Verlauf des Gesprächs fing plötzlich die CD mit der klassischen Musik an zu springen. Sie verharrte auf demselben Ton. Nach einer gefühlten Ewigkeit, ich begann mich bereits daran zu gewöhnen, stellte er die Musik ab. Dann folgte die nächste Frage:&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;«Haben Sie Schwestern?»&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;Etwas verblüfft über die Frage, gab ich zur Antwort:&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;«Ja, eine ältere Schwester. Warum?»&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;«Das ist Family. Das ist Familie.» Nach dieser sehr aussagekräftigen Antwort blieben natürlich keine Fragen offen. Plötzlich rieb er sich mit beiden Händen die Oberarme und fragte mich: «Finden Sie es auch so kalt hier?» Da ich mein Jacket nicht ausgezogen hatte, war mein persönliches Wärmeempfinden eher an der oberen Grenze. Ich verneinte. Er verschwand im Nebenzimmer um kam nach einer Weile mit einem Glas Wasser zurück, in dem eine Brausetablette sprudelte.&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;Danach war er offensichtlich etwas fitter und stellte die kniffligen Fragen.&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;«Was kennen Sie in Europa?»&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;«Ähm, wie meinen Sie das jetzt genau?»&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;«Wo sind Sie schon gewesen?»&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;«Viele Male in Frankreich, Italien. Ein-, zweimal in Griechenland...»&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;«Sagen Sie es konkret.»&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;«In Concarneau, in Sperlonga...»&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;«Barcelona?»&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;«Da war ich leider noch nie.»&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;«Paris?»&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;«Ein paar Mal bin ich dort gewesen.»&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;In diesem Stil ging es weiter. Wir jetteten verbal durch Europa. Er führte mich durchs Gespräch, wobei mir das Prinzip dahinter völlig unklar war.&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;Irgendwann mussten wir wieder auseinander.&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;Das Gespräch hatte eine knappe Stunde gedauert. Über den Job wusste ich nicht mehr als vor dem Gespräch. Ich sagte ihm, dass ich mich in der darauffolgenden Woche wieder bei ihm melden wolle. Was ich auch versuchte. Leider erreichte ich ihn nicht und legte den Fall zu den Akten. Ein halbes Jahr später, ich hatte die Angelegenheit schon halb vergessen, erhielt ich einen Anruf. Ob ich noch interessiert sei an der Stelle. Die Entscheidung war in Sekundenschnelle gefasst. Für die Antwort nahm ich mir aus Pietätsgründen etwas länger Zeit: Nein.&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="Standa1" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 0.0001pt; margin-left: 0cm; font-size: 12pt; font-family: Calibri; "&gt;Es war offensichtlich, dass wir unterschiedliche Vorstellungen hatten. Und plötzlich wusste ich, warum das Vorstellungsgespräch so heisst. Weil man sich nicht vorstellen kann, was einen erwartet.&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9021765797302872991-1505309249588724884?l=derarbeitsmarkt.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/feeds/1505309249588724884/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2010/05/brausetablette-und-walzermusik.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/1505309249588724884'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/1505309249588724884'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2010/05/brausetablette-und-walzermusik.html' title='Brausetablette und Walzermusik'/><author><name>dam</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01282009441208961285</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_HGE3FbMSJHc/S_4ezPgbPCI/AAAAAAAAABU/UjvcwFekd_0/s72-c/Blog.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9021765797302872991.post-7449780396858020108</id><published>2010-04-15T00:42:00.000-07:00</published><updated>2010-04-15T01:40:58.615-07:00</updated><title type='text'>Überraschende Ohrfeige</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_HGE3FbMSJHc/S8bPjOJZNnI/AAAAAAAAAA8/wdty5I3F1Ao/s1600/Blog_Surprise_320px_02.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0px auto 10px; display: block; text-align: center; cursor: pointer; width: 320px; height: 212px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_HGE3FbMSJHc/S8bPjOJZNnI/AAAAAAAAAA8/wdty5I3F1Ao/s320/Blog_Surprise_320px_02.jpg" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5460279802233173618" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Von Annamaria Ress-Karl&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Kanton Zürich hat das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) Asylsuchenden verboten, weiterhin das Strassenmagazin «Surprise» zu verkaufen. Das Verbot gleicht einer Ohrfeige an diese 40 Asylsuchenden, die den Staat nicht belasten möchten, sondern mit eigener Leistung einen Beitrag an ihren Aufenthalt in der Schweiz leisten wollen. Der integrative Charakter des «Surprise»-Programmes sei nicht gegeben, teilte das AWA mit.&lt;br /&gt;Grund dafür ist die sogenannte Branchenregelung: Die Asylsuchenden dürfen nur in gewissen Bereichen wie der Landwirtschaft oder der Pflege, nicht aber im Verkauf arbeiten. Letztes Jahr gewährte der Kanton Zürich den «Surprise»-Mitarbeitern eine Übergangsfrist. Nun ist sie abgelaufen.&lt;br /&gt;Die entsprechende Pressemitteilung der Zürcher Regierung erschien, bevor die rechtsgültige Verfügung beim Strassenmagazin vorlag. Dass «Surprise» aus den Medien von diesem Entscheid erfahren musste, ist eine kommunikative Fehlleistung, die die Betroffenen vor den Kopf stösst.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als Stellensuchende ärgert mich eine solche Nachricht masslos. Ich weiss, wie sich Menschen fühlen, die sich für wenig Geld in einem Arbeitsgebiet versuchen, das weder attraktiv noch lukrativ ist. Was heisst das aber nun für die betroffenen Asylsuchenden? Sie werden mit diesem Entscheid definitiv zurück in die Asylheime in einen Alltag ohne Initiative und Sinn und in die Abhängigkeit der Staatshilfe geschickt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was ist eigentlich nicht integrativ am «Surprise»-Verkaufsprogramm? Der Asylsuchende, der in meiner Wohngemeinde jeweils sein Magazin im Ladenzentrum anbietet, ist jedenfalls bereits gut integriert bei der Einwohnerschaft. Manch einer bleibt stehen und wechselt ein paar Worte mit ihm. Jugendliche grüssen ihn und fragen ihn, wie es ihm geht. Ist das nicht auch Integration? Aus meiner Sicht schon.&lt;br /&gt;Solche Situationen sind viel wertvoller, als wenn der Asylsuchende unter seinesgleichen in der Landwirtschaft tätig wäre. Der Kontakt zu anderen Menschen verschiedenster Herkunft, sozial und beruflich, geht durch das Verkaufsverbot des Magazins verloren.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9021765797302872991-7449780396858020108?l=derarbeitsmarkt.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/feeds/7449780396858020108/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2010/04/uberraschende-ohrfeige.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/7449780396858020108'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/7449780396858020108'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2010/04/uberraschende-ohrfeige.html' title='Überraschende Ohrfeige'/><author><name>dam</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01282009441208961285</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_HGE3FbMSJHc/S8bPjOJZNnI/AAAAAAAAAA8/wdty5I3F1Ao/s72-c/Blog_Surprise_320px_02.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9021765797302872991.post-4613679076751036235</id><published>2010-03-22T06:25:00.000-07:00</published><updated>2010-03-31T01:48:53.654-07:00</updated><title type='text'>Pralinen picken, Lotto spielen, Stellen suchen</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_HGE3FbMSJHc/S7MMIqkPa_I/AAAAAAAAAA0/1lUQcI5XNSo/s1600/lotto_Blog.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 216px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_HGE3FbMSJHc/S7MMIqkPa_I/AAAAAAAAAA0/1lUQcI5XNSo/s320/lotto_Blog.jpg" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5454716916680584178" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span"  style="color:#0000EE;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="text-decoration: underline;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Von Michael Helbling&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;«Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen – man weiss nie, was man kriegt.» Forrest Gump alias Tom Hanks lehrte uns schon 1994, wie tiefschürfend Binsenwahrheiten sein können. Gerne sagt sich unsereins, dass dies oder jenes im Leben ein Lotto sei: die Wahl der schnellsten Kasse am Samstagnachmittag vor Ladenschluss, das passende Geschenk für den Schatz daheim, die Erfolgsaussichten der Schweizer Nati an der WM in Südafrika – und eine erfolgreiche Jobsuche in Zeiten der Krise. Täusche ich mich, oder vernehme ich gerade ein 172 999-faches Kopfnicken? 172 999 können nicht irren, und hinter verschlossenen Türen dürfte mancher HR-Manager ein bisschen mitnicken. Wer will es ihm übel nehmen? Schliesslich muss sich der arme Tropf nicht selten durch hunderte von Dossiers wühlen. Dass bei einer ersten Auswahl König Zufall seine Finger im Spiel hat, versteht sich von selbst. Kein Wunder, werden viele Stellensuchende fatalistisch und vertrauen ihr Glück dann und wann der Lottofee an. Könnte ja sein, dass es klappt und man für alle Zeiten ausgesorgt hat. Ferien buchen statt Stellen suchen sozusagen. Doch die Wirklichkeit holt einen schneller ein, als einem lieb ist. Wer nämlich im Internet schauen will, obs endlich geklappt hat und &lt;a href="http://www.lotto.ch/"&gt;www.lotto.ch&lt;/a&gt; in die Adresszeile eintippt, landet auf Jobsuchmaschine, einer Plattform für Stellensuchende. Manchmal ist das Internet wie eine Schachtel Pralinen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9021765797302872991-4613679076751036235?l=derarbeitsmarkt.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/feeds/4613679076751036235/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2010/03/pralinen-picken-lotto-spielen-stellen.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/4613679076751036235'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/4613679076751036235'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2010/03/pralinen-picken-lotto-spielen-stellen.html' title='Pralinen picken, Lotto spielen, Stellen suchen'/><author><name>dam</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01282009441208961285</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_HGE3FbMSJHc/S7MMIqkPa_I/AAAAAAAAAA0/1lUQcI5XNSo/s72-c/lotto_Blog.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9021765797302872991.post-4622401813625519334</id><published>2010-02-24T03:34:00.000-08:00</published><updated>2010-03-02T00:59:21.503-08:00</updated><title type='text'>Endstation – bitte alle aussteigen!</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_HGE3FbMSJHc/S4zSIaJc_kI/AAAAAAAAAAk/IeJ-S6L-FHI/s1600-h/15_1_0125_07_Internet.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0px auto 10px; display: block; text-align: center; cursor: pointer; width: 320px; height: 223px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_HGE3FbMSJHc/S4zSIaJc_kI/AAAAAAAAAAk/IeJ-S6L-FHI/s320/15_1_0125_07_Internet.jpg" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5443957091483844162" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Text: Anita Schuler; Foto: SBB&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Postauto-Chauffeur hält zwei Sekunden inne, stellt sich vor die sitzenden Fahrgäste hin und blickt jedem fest in die Augen, bevor er frühmorgens die Pendler mit einem Lächeln begrüsst: «Guete Morge mitenand!» Ich bin nicht auf dem Land, wo man sich noch persönlich kennt und ständig mit Namen begrüsst, trotzdem ist auch in der Agglomeration ein bisschen Vertrautheit und viel Engagement möglich, wie mich dieser Fahrer glauben macht. Nach seiner Begrüssung setzt er sich gut gelaunt hinters grosse Steuer, richtet den Sitz, startet den Motor und fährt mich nach Winkel.&lt;br /&gt;Reden mit dem Chauffeur ist verboten. Er muss sich auf den Verkehr konzentrieren. Werden darum die Haltestellen ab Tonband automatisch angesagt? Eine Frauenstimme sagt im Postauto jeweils 45 Sekunden vor dem nächsten Stopp die Haltestelle an. Ich wünschte mir öfter mal, eine tiefe Männerstimme würde diesen Dienst übernehmen. Im beruhigenden Bass oder als Otto-Waalkes-Stimme, die mich aufheitert.  Doch Feldversuche der SBB haben ergeben, dass die Fahrgäste weibliche Stimmen bevorzugen. Frauen haben die deutlichere Aussprache und ihre Stimme wird als freundlich wahrgenommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Dummes System&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Leider erkennt das einfältige System keine Fehler, zum Beispiel wenn es zum x-ten Mal «Endstation Rapperswil. Bitte alle aussteigen!» aus den Lautsprechern scheppert, obwohl die S5 noch immer durchs Zürcher Unterland  fährt. Nach dem vierten Mal «Endstation Rapperswil. Bitte alle aussteigen!» nervt die fehlerhafte Ansage und ich frage mich, warum der Zugbegleiter dieses Ding nicht abstellt. Aber zu dieser Zeit fährt in der S5 kein Zugbegleiter mit.&lt;br /&gt;Der Lokomotivführer könnte eingreifen – wenn er hörte, was in den Waggons schief läuft. Kann der Zug nicht weiterfahren, ist er es, der innerhalb dreier Minuten persönlich eine Statusmeldung durchgibt. Danach übernimmt das Operation Center Personenverkehr der SBB. Direkt und live von der Schaltzentrale Bern hält es die Passagiere über die Art des Problems auf dem Laufenden und wie lange es dauert, bis der Zug weiterfährt, und ob die Anschlusszüge warten. Wo die Technik versagt, greift der Mensch korrigierend ein. Sofern er es merkt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Mensch oder Maschine?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ob die Zugansagen ab Dose kommen oder ein Mensch live spricht, ist eine Frage der Ausrüstung. Neue Züge sind mit dualen Systemen bestückt: Bildschirme und Ansagen auf Band. Ältere Modelle müssen ohne diese Technik auskommen. Darum fährt in den grünen, nostalgisch anmutenden Bummelzügen ein Kondukteur mit. Es ist seine Aufgabe, jede Haltestelle persönlich anzukündigen. Dank seiner umgehängten roten Box – digitaler Billettentwerter und Online-Fahrplan in einem – sagt er kurz vor dem Aussteigen die Anschlüsse, die Abfahrtszeiten und das Abfahrtsgeleise durch. Auf diese persönlichen Durchsagen verlasse ich mich gern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Tonalität ab Band&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weniger gefallen mir jedoch die Direktiven ab Band. Im Befehlston und dennoch bemüht freundlich weist mich die Rhätische Bahn an: «Fahrgäste nach Davos – bitte umsteigen!» Sie kann es auch freundlicher. Besonders nett tönt es nach dem Vereinatunnel: «Susch. Fermada sün dumonda.» Da ich kein Wort Rätoromanisch spreche – höchstens aus dem Italienischen den Sinn erahnen und bestenfalls erraten könnte –  klingt diese Sprache mit den vielen Zisch- und Umlauten sympathisch. Trotz Stimme ab Band: Ich bleibe sitzen – nur des rätoromanischen Wohlklangs wegen.&lt;br /&gt;Nach der Bündner Regionalbahn mit dem Intercity zurück ins urbane Unterland: Ich höre die Worte, lausche der Stimme und wähne mich im Flieger. Der Singsang der englischen Durchsage ab Band ähnelt dem bekannten «fasten your seat belt please» in den Flugzeugen. Fehlt nur noch, dass eine uniformierte SBB-Mitarbeiterin mit Handzeichen erklärt, wie die Schwimmwesten anzulegen sind und wo sich die Notausgänge befinden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Verabschiedung&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Stationen ansagen, Richtung ankündigen sowie eine Standardbegrüssung und eine ebensolche Verabschiedung – mehr kann die Stimme ab Band nicht. Der Chauffeur des Postautokurses 530 Flughafen Zürich–Bülach hingegen zaubert mir mit seinem persönlichen «Uf wiederluege mitenand. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag» ein Lächeln auf die Lippen. Das kann nur er.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9021765797302872991-4622401813625519334?l=derarbeitsmarkt.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/feeds/4622401813625519334/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2010/02/endstation-bitte-alle-aussteigen.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/4622401813625519334'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/4622401813625519334'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2010/02/endstation-bitte-alle-aussteigen.html' title='Endstation – bitte alle aussteigen!'/><author><name>dam</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01282009441208961285</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_HGE3FbMSJHc/S4zSIaJc_kI/AAAAAAAAAAk/IeJ-S6L-FHI/s72-c/15_1_0125_07_Internet.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9021765797302872991.post-3553992823266727532</id><published>2010-01-27T01:40:00.000-08:00</published><updated>2010-01-27T02:35:49.579-08:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Berufe'/><title type='text'>Aufräumcoach für geplagte Eltern</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_HGE3FbMSJHc/S2AUtcchz-I/AAAAAAAAAAc/Wguy9t8kaJA/s1600-h/Blog.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0px auto 10px; display: block; text-align: center; cursor: pointer; width: 320px; height: 220px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_HGE3FbMSJHc/S2AUtcchz-I/AAAAAAAAAAc/Wguy9t8kaJA/s320/Blog.jpg" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5431363921571336162" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Text: Miriam Bollhalter; Foto: Simone Gloor&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Neueste auf dem Berufsfeld  –  zumindest für mich –  entdeckte ich, als ich neulich in der Tagespresse mehrfach das Inserat «Aufräumen mit Kindern – Kurs für geplagte Eltern» sah. Ja, Sie lesen richtig, «geplagte Eltern» können einen Aufräumkurs besuchen, besser wohl: gegen Bezahlung absolvieren und zwar in Zürich. Ein Aufräumcoach, so Inserat, gibt das Wissen auf diesem Gebiet an einem Samstag zwischen neun und dreizehn Uhr zum Besten.&lt;br /&gt;Unklar ist, ob die Eltern die Kinder in den Kurs mitnehmen oder nicht. Wenn nicht, ist klar, bei wem der Coach den Hebel ansetzt: nämlich bei den Eltern. Wenn ja, bliebe es offen, ob im Kurs den Kindern der Ordnungssinn direkt nahegelegt wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einmal besuchte ich mit meinem Nachwuchs einen Kurs, und das habe ich noch in lebendiger Erinnerung, vor einigen Jahren in dem berühmten «MuKi»-Turnen. Da turnt frau mit ihrem Kind zusammen, im Gegensatz zum «VaKi»-Turnen, bei dem die Papis gefordert sind. Wir machten da zum Beispiel eine halbe Stunde eine Übung, die Segelschiffe nachahmen sollte, genauer: Ich musste die ganze Turnhallenlänge im Sitz mit wellenförmigen Bewegungen mit meinem zappelnden Sohn auf dem Schoss etwa zehnmal «durchsegeln». Fazit: Hinterher war ich erledigt und der Kleine immer noch putzmunter. Eine Erfahrung, die sich im «MuKi»-Rahmen wiederholte. Mit diesem Hintergrund ist meine Befürchtung bestimmt nachvollziehbar, dass nach einem Aufräumkurs wieder die Eltern erschöpft sind, während sich die Kinder weiterhin mühelos des Lebens erfreuen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gibt es wirklich Familien, die es nicht einmal mit den durchsichtigen Ikea-Containern, die in jeder Grösse erhältlich sind und zwar stapelbar, in ein Gestell einschiebbar, unter dem Bett versteck- oder auf dem Kleiderschrank aufsetzbar, schaffen, den Kinderkram so zu verstauen, dass sie den Überblick gewinnen?&lt;br /&gt;Laut Kursinserat sieht es so aus, dass der Coach die Eltern nicht dazu anhalten wird, weniger materielle Güter – denn nur die muss man aufräumen – anzuhäufen. Denn weniger Konsum und somit Kinderzimmerüberflutung wäre gegen das angeblich notwendige Wachstum. Damit ist das wirtschaftliche Wachstum gemeint und nicht etwa das Wachstum der Kinder – dem wäre eher mit materiellem Rückgang gedient, nach dem Motto: Weniger ist manchmal mehr.&lt;br /&gt;Und mit welchen Mitteln könnten die Erzieher den Problemnachwuchs dazu bringen, das Zimmer in Ordnung zu halten? Es schüttelt mich bei der Vorstellung der methodischen Ansätze, die einem solchen Coaching zugrunde liegen könnten! Und wenn ich mich nicht für die richtige Methode entscheiden kann? Das könnte Nebenwirkungen haben! Nein, ich bleibe beim Alten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn ich es mir recht überlege, habe ich eigentlich keinen Bedarf an Ratschlägen bezüglich der Wunschordnung im Kinderzimmer. Nicht, dass ich keine Kinder hätte, nein, bei uns funktioniert das Zimmeraufräumen, Gott sei dank, recht gut. Mein Sohn macht zwar nicht alles so ganz aus freien Stücken, aber er räumt gut auf. Eine klare «wenn - dann»-Verknüpfung motiviert ihn regelmässig zur Höchstleistung: Ist sein Zimmer in gutem Zustand (seinem Alter angemessen), darf er pro Tag eine halbe Stunde Medienzeit beziehen. So heisst bei uns das Pendeln zwischen TV, PC, PSP, Nintendo, iPod und Co.&lt;br /&gt;Ja, ich weiss, diese Methode ist im Grunde alt, meine Eltern machten es mit uns genauso. Bloss wird die soziale Vererbung in diesem Fall kaum als Generationenvertrag gewürdigt – nach den heutigen Kuschelmassstäben würde man sie eher als Erpressung qualifizieren, und davor habe ich echt Angst. Bin ja doch eine gute Mutter.&lt;br /&gt;Ich kaufe lieber weniger billigen Mist, gebe weiter, womit er nicht mehr spielt, hole mir für den Notfall den Gratiskatalog bei Ikea und verkaufe meinem Sohn gelegentlich gegen seine Aufräumwährung etwas Medienzeit – bin ja schliesslich nicht blöd!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9021765797302872991-3553992823266727532?l=derarbeitsmarkt.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/feeds/3553992823266727532/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2010/01/aufraumcoach-fur-geplagte-eltern.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/3553992823266727532'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/3553992823266727532'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2010/01/aufraumcoach-fur-geplagte-eltern.html' title='Aufräumcoach für geplagte Eltern'/><author><name>dam</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01282009441208961285</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_HGE3FbMSJHc/S2AUtcchz-I/AAAAAAAAAAc/Wguy9t8kaJA/s72-c/Blog.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-9021765797302872991.post-2938048304878175121</id><published>2009-12-22T00:08:00.000-08:00</published><updated>2009-12-22T01:07:45.685-08:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Medien'/><title type='text'>Der Plakatierer</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_HGE3FbMSJHc/SzB_nMsPTzI/AAAAAAAAAAM/0biuzcnRCc0/s1600-h/plakat+mit+leuten_460px.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 206px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_HGE3FbMSJHc/SzB_nMsPTzI/AAAAAAAAAAM/0biuzcnRCc0/s320/plakat+mit+leuten_460px.jpg" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5417970663125110578" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;!--StartFragment--&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;i&gt;Text: Christian Keller; Foto: Robert Hansen&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE-CH"&gt;«Was muss das für ein Ignorant sein, der diese Plakate nebeneinandergehängt hat!» Zugegeben, was mir bei der Entdeckung dieser Plakat-Zwillinge im Zürcher Hauptbahnhof durch den Kopf ging, ist wenig schmeichelhaft. Wie kommt ein vernünftiger Mensch bloss dazu, neben dieses an Traurigkeit kaum zu überbietende Plakat der Unicef, das in Schwarzweiss eine Mutter zeigt, die ihrem schwachen Kind mit einem riesigen Löffel ein bisschen Nichts verfüttert, wie kann man neben dieses Plakat mit der Botschaft «Hunger ist schrecklich» ausgerechnet die Werbung eines Fastfood-Anbieters hängen: mit dieser weichgezeichneten Photoshop-Blonden, die mit ihrem lasziven Blick die Aufmerksamkeit der Vorbeigehenden erheischen will, und dem überproportionierten Hamburger in satten Rot- und Orangetönen, die ihre Wirkung im Unterbewusstsein entfalten und den Appetit wecken? Tränendrüsen gegen Magensäfte – ein ungleicher Kampf. &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE-CH"&gt;Wir sind uns von der Werbewirtschaft ja einiges an Unzumutbarem gewohnt. In der Absicht, unsere Konsumgewohnheiten zu beeinflussen, bombardiert uns die Verführungsindustrie tagtäglich mit ihren Elaboraten. Wir haben gelernt, damit umzugehen, Werbung auszublenden, zu ignorieren. Unzählige Menschen gehen jeden Tag an diesem ungleichen Plakatpaar vorbei. Wie viele nehmen wahr, was da hängt? Und: Was löst die Kombination in den Menschen wohl aus, denen sie auffällt? Bei mir hat die anfängliche Fassungslosigkeit bald einem Nachdenken Platz gemacht, einem Nachdenken über den Überfluss in unserer Gesellschaft und unseren Umgang damit.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE-CH"&gt;Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr beschleicht mich das Gefühl, dass der Plakatierer, der da an so prominentem Ort diese beiden Plakate einander gegenübergestellt hat, vielleicht doch kein gedankenloser Ignorant war.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;!--EndFragment--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/9021765797302872991-2938048304878175121?l=derarbeitsmarkt.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/feeds/2938048304878175121/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2009/12/derarbeitsmarkt.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/2938048304878175121'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/9021765797302872991/posts/default/2938048304878175121'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://derarbeitsmarkt.blogspot.com/2009/12/derarbeitsmarkt.html' title='Der Plakatierer'/><author><name>dam</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01282009441208961285</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_HGE3FbMSJHc/SzB_nMsPTzI/AAAAAAAAAAM/0biuzcnRCc0/s72-c/plakat+mit+leuten_460px.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry></feed>
