
Von Michael Helbling
«Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen – man weiss nie, was man kriegt.» Forrest Gump alias Tom Hanks lehrte uns schon 1994, wie tiefschürfend Binsenwahrheiten sein können. Gerne sagt sich unsereins, dass dies oder jenes im Leben ein Lotto sei: die Wahl der schnellsten Kasse am Samstagnachmittag vor Ladenschluss, das passende Geschenk für den Schatz daheim, die Erfolgsaussichten der Schweizer Nati an der WM in Südafrika – und eine erfolgreiche Jobsuche in Zeiten der Krise. Täusche ich mich, oder vernehme ich gerade ein 172 999-faches Kopfnicken? 172 999 können nicht irren, und hinter verschlossenen Türen dürfte mancher HR-Manager ein bisschen mitnicken. Wer will es ihm übel nehmen? Schliesslich muss sich der arme Tropf nicht selten durch hunderte von Dossiers wühlen. Dass bei einer ersten Auswahl König Zufall seine Finger im Spiel hat, versteht sich von selbst. Kein Wunder, werden viele Stellensuchende fatalistisch und vertrauen ihr Glück dann und wann der Lottofee an. Könnte ja sein, dass es klappt und man für alle Zeiten ausgesorgt hat. Ferien buchen statt Stellen suchen sozusagen. Doch die Wirklichkeit holt einen schneller ein, als einem lieb ist. Wer nämlich im Internet schauen will, obs endlich geklappt hat und www.lotto.ch in die Adresszeile eintippt, landet auf Jobsuchmaschine, einer Plattform für Stellensuchende. Manchmal ist das Internet wie eine Schachtel Pralinen.