Text und Foto: Marga Schuttenhelm
Ist der Akku geladen? Sind die
Daten von der Speicherkarte gelöscht und die Linsen frei von Staub und Schmutz?
Ich sitze auf dem Stubenboden, um mich herum ausgebreitet mehrere Objektive, verschiedene
Kabel und meine Kamera. Seit einem Jahr bin ich als semiprofessionelle
Fotografin tätig. Vor jedem Fotoshooting überprüfe ich die gesamte Ausrüstung
und versuche zu entscheiden, was ich alles für die Aufnahmen brauche und
mitnehmen muss. Wie üblich packe ich viel mehr in den Fotorucksack ein als
nötig – man weiss ja nie, für einen Fotografen lauert hinter jeder Ecke ein
Motiv, und wie man so schön sagt: «Die Erfahrung lehrt einen.»
Einer meiner ersten Fotoaufträge,
den ich nicht so schnell vergessen werde, fand in einem Kieswerk im
sanktgallischen Bazenheid statt: eine Fotoreportage über die Ausbildung von Rettungshunden
durch den Verein Redog, eine gemeinnützige, humanitäre Freiwilligen- organisation,
die ihre Dienste im In- und Ausland anbietet. Ich dachte: «Super, Kieswerk – das
gibt Aussenaufnahmen. Licht ist genug vorhanden; den Blitz kann ich getrost zu
Hause lassen, dann muss ich nicht so viel Material schleppen.»
Am Samstagmorgen im Kieswerk
angekommen, treffe ich in der grossen Werkhalle die Hundeausbildner mit ihren
Tieren.
Sie besprechen gerade die einzelnen Übungseinheiten. Ich höre gespannt
zu. Ein Ausbildner spielt das Opfer und versteckt sich auf dem Gelände des
Kieswerks. Der Hundeführer nimmt mit seinem Hund die systematische Suche nach
der vermissten Person auf. Mit der Kamera bewaffnet, folge ich dem Duo. Knips,
knips, knips – schnell die Bilder auf dem kleinen Monitor prüfen, die
Belichtungseinstellung korrigieren, und weiter: knips, knips … Ja, das kommt –
nicht gut. Völlig überraschend finde ich mich in den unterirdischen Gängen des
Kieswerks wieder.
Damit hatte ich nicht
gerechnet. Es ist dunkel, kein Tageslicht, nur alle paar Meter eine Notlampe,
die spärlich vor sich hinflackert. Ich suche nach meinem Blitz – oh nein, der
liegt zu Hause! Meine letzte Hoffnung sind der integrierte Aufhellblitz an der
Kamera und mein Fotobearbeitungsprogramm zu Hause am Computer. Es bleibt keine
Zeit zum Überlegen … knips, knips …
Später fahre ich frustiert heimwärts.
Ich ärgere mich über mich selber.
Am Computer sichte ich die
Bilder, die Auswahl der Fotos ist schnell getroffen. Es sind doch noch tolle Aufnahmen
geworden. Glück gehabt!
Mein Fotorucksack ist
gepackt. Ein letzter prüfender Blick – ja der Blitz ist drin.
